Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 17 (10.8.1906)
- Date
- 1906-08-10
- Page
- Seite 142 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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142 LITERATURBLATT No. 17 Versicherung: zurück, dass das Mosaik nicht von Wert sei. Wieder vergingen sechs Jahre. Eines Tages unternahm der oben erwähnte Peter Cleopas, der Bibliothekar des griechischen Patriarchats, zufällig einen Besuch nach Jericho, und der Patriarch Gerasimos, der niemals das Inter- -esse an dem Mosaikfund aufgegeben hatte, bewog ihn, seine Reise bis nach Madeba zu verlängern und die Karte in Augenschein zu nehmen. Der Pater brachte von seiner Reise, im Januar 1897, 13 Jahre nach •der ersten Entdeokung, eine Skizze der Karte, sowie einige Notizen darüber, mit Arvanitaki, ein! geschickter Kartograph, erhielt nun den Auftrag, eine genaue Zeichnung des Mosaiks, natürlich in starker ,Verkleinerung, anzufertigen. Bevor er sein Werk beenden konnte, starb der Patriarch, und der Zeichner war nahe daran, das Unternehmen aufzugeben, welches irgend ein nachfolgender Patriarch -möglicherweise verbieten könnte, er wurde aber glücklicherweise durch die Franziskaner ermutigt, sein Werk zu beenden. Sie beschlossen, dann auch, das Werk des Künstlers, in 12 Bogen von % Quadratmeter Grösse ,herauszugeben. Mit Hilfe von Lumieres archachromatischen Platten gelang dias Unternehmen, und am 16. März wurde der französischen Akademie in Paris ein Exemplar zugeschickt. Damit waren aber noch nicht alle Schwierigkeiten beseitigt. Neues Missg'esehiick brach herein. Es sei hier nur noch erwähnt, dass die Platten auf dem Wege nach Paris zerbrachen, dass der englische ״Palestine Exploration Fund“ sich vergeblich mit der Sache befasste, bis es: endlich Paul Palmer in Jerusalem gelang, eine Reproduktion! der Karte herzustellen. Die Wiedergäbe ist in Originalgrösse, in den Farben des Originals angefertigt und befindet sich in׳ der griechischen Schule in Jerusalem. Notizen Judenmusik. ״Wir haben ein einziges Mal Gelegenheit gehabt, eine Ahnung von dem zu empfinden, was eine judäische Kunst werden könnte, wenn die Israeliten alle ,Intensität des in ihnen lebenden Gefühls in Formen ihres eignen Geistes kund gäben. Wir lernten in Wien den Kantor Sulzer kennen. Die zum Verhüllen des innersten Wesens■ gebräuchliche Maske ist bei dieser Künstlerorganisation nicht so undurchdringlich wie sonst und; lässt auf Augenblicke das wirkliche Gepräge seiner Seele durchleuchten, wie es die geheimen Reden väterlicher Belehrung ihr aufgedrückt haben.“ .... (Es folgt eine überschwängliche, bilderreiche Schilderung des Eindrucks des Sulz ersehen Gesanges auf Liszt). Liszt, die Zigeuner und ihre Musik in Ungarn, deutsch von Peter Cornelius,. Pest, Gustav Heekenast, 1861. S. 26 ff. Monumenta Judaica. Wie wir erfahren, soll der jüdische Vertreter und Hauptherausgeber der ״Monumenta Judaica“ aus dem Akademischen Verlage, sowie aus der Redaktion der Monumenta ausgeschieden worden sein. Es war vorauszusehen, dass ein Wiener Akademischer Verlag zwar auf ״Monumenta Judaica gegründet werden kann, dass aber für einen Juden dort kein Platz sein wird, nach dem Sprichwort: .Der Jud ist trefe, sein Geld ist aber koscher.“ OEST. WOCH.