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Jüdische Rundschau · 1906-08-10 · 17 (10.8.1906) · p. Seite 138

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
17 (10.8.1906)
Date
1906-08-10
Page
Seite 138 (sequence 2)
Language
German
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LITERATURBLATT No. 17 1 38 wäre trotz der ausserordentlichen Gaben opferwilliger Mitglieder und einer grossen Beihilfe der Deutschen Orientgesellschaft nicht möglich gewesen, wenn nicht der Kaiser bedeutende Unterstützungen aus seinem Dispositionsfond gewährt hätte in der Gesamthöhe von 46 000 Mk. So liegen..■noch immer .reiche Schätze in der Erde vergraben, und es würde sich reichlich lohnen, die Arbeit seinerzeit noch einmal fortzusetzen. Vorläufig ist es wichtiger, das bedeutende Material gründlich zu verarbeiten. Die Grabungen erreichten stellenweise eine Tiefe von 22 m, ohne damit den Felsbodem zu treffen. Die tiefsten Schichten, die man als 87 ״. und 6. bezeichnet, konnten bei den ungeheuren Schuttmassen nur fragmentarisch blassgelegt werden. Schon in der 7. Schicht fand sich eine uralte, sorgfältig geschichtete Lehrnziegelmauer von 2% m Höhe und 8,60 m Breite, welche leicht geböscht den ganzen Hügel umkreiste: es ist eine Stadtmauer aus dem 3. Jahrtausend. Genauere Erforschung ermöglichte erst die 5. Schicht mit einer stattlichen Burganlage, bestehend aus kleinen Zimmern und Gängen und ausgezeichnet durch zwei nur durch einen Schacht von oben zugängliche Grabgemächer. In einem fanden sich zwölt Skelette mit Schädelknochen, die die ganz, abnorme Dicke von 1 cm bei normaler Länge aufwiesen und die höchst interessante Tatsache einer nicht• semitischen.. Bevölkerung des Landes konstatieren. Die annähernde Da• tierung dieses Faktums bietet sich durch die Funde der zweiten Grabkammer, in der unter fünf Leichen eine sorgfältig auf eine Bank gebettet lag und in ihrer Hand vier ägyptische Skarabäen trug; die letzteren lehren, dass der Tote ein vornehmer Aegypter namens Dhaf war, der zur Zeit Sesostris׳ L im 20. Jahrhundert lebte, in seiner Jugend am königlichen Hofe mit den Prinzen erzogen worden war und vermutlich als ägyptischer Gouverneur der Burg nach Megiddo kam, wo er sich mit den Seinen bestatten liess. Die Burg war demnach wohl von den Aegyptern angelegt zur Beherrschung der grossen Strasse, die von Aegypten nach Nordsyrien und dem Euphrat laufend Megiddo berührte. Bemerkenswert ist der Bau der Grabkammern, die mit keilförmig gehauenen Feldsteinen gewölbeartig gedeckt sind, eine Technik, die für die gleiche Zeit auch in Babylonien nachgewiesen worden ist. Auch in der 4. Schicht, die etwa der Mitte des 2. Jahrtausends angehört, wurde eine bedeutende Burg freigelegt!: um einen grossen Mittelhof gruppieren sich allerlei Vorratsräume und kleinere Gemächer, sowie zwei bedeutende Kulturanlagen, die für die Kenntnis des kanaanitischen Opferweseas äusserst lehrreich sind. Wir sehen da den Steintisch zum Schlachten der Opfertiiere, die Grube, in die das Blut floss, eine Grube für Knochenabfälle und Kohlenreste, sodann die eigentliche Opferstätte mit dem Opferkessel zum Kochen des Fleisches, den Altar und zwei danebenstehende heilige Steine (Masseben) oder eine Massebah auf dem Altar stehend. Auch zwei halbverkohlte Äscheren (heilige Baumstämme, wie sie zum kultischen Apparat der Zeit gehörten und welche vielleicht mit

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