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Jüdische Rundschau · 1906-08-10 · 17 (10.8.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
17 (10.8.1906)
Date
1906-08-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu Q »,Jüdische Rundschau“ Jahrg. XI. No. 32 Herausgegeben von Dt. Heinrich £oewe. (? Redaktion: BERLIN N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. No. 17. Berlin, 19. Abh 5666 — 10. August 1906 Jahrg. II Die jüngsten deutschen יי Ausgrabungen in Palästina Von Dr. Gustav Hölscher, Privatdozent an der Universität Halle. Unter den Ausgrabungen, die bisher die europäische Wissenschaft auf palästinensischem Boden vorgenommen hat, steht die nun glücklich beendete Ausgrabung des ״Deutschen Palästinavereins’‘ auf dem Teil eimutesellim, der Ruinenstätte der uralten kanaanitischen und israelitischen Stadt Megiddo, an allererster Seile. Die Grösse der hier geleisteten Arbeit und ihr auch kühne Hoffnungen weit übersteigender Erfolg rechtfertigt es, wenn schon jetzt, ehe noch das gesamte reiche Material veröffentlicht wird, auf die Bedeutung dieser Arbeit deutscher Wissenschaft und deutsehen JFleisses aufmerksam gemacht wird. Am Südrande der Ebene Jesreel, überragt von dem steilen, grünbewachsenen Gebirgsrücken des Karmels, erhebt sich in einer. an perennierenden Quellen und Bächen reichen Landschaft der breite Schutthügel von Teil el-mutesellim. Seine Gestalt ist die charakteristische aller vorderasiatischen Trümmerhügel, wie sie von Babylonien bis zur Küste Kleinasiens verstreut sind; Troja ist die westlichste dieser uralten Stadtanlagen, die' meist auf einer niedrigen Bodenerhebung gegründet, allmählich durch die Bauten der Menschen und durch den Schutt der Jahrhunderte zu stattlächer Höhe anwuchsen und schon von fernher dem Wanderer auffallen, durch die steil geböschten Abhänge und das eigenartig flache Plateau. Dass Megiddo eine lange Geschichte gehabt hat, wusste man längst aus literarischen Nachrichten der Zeit von 1450 bis 600 v. Chr. Die Ausgrabungen haben jetzt gezeigt, dass diese Geschichte bis mindestens zum Jahre 3000 hinaufreicht. Von den acht verschiedenen Bauperioden, die hier etagenartig übereinandergeschichtet liegen, gehört bereits die fünfte, von oben an gerechnet, dem 20. Jahrhundert an, so dass Megiddo jetzt in der Tat ein zweites Troja heissen darf. Bei der Riesenmasse des Trümmerschuttes war natürlich an eine völlige Abtragung des Hügek nicht zu denken, und selbst das Geleistete

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