Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 16 (27.7.1906)
- Date
- 1906-07-27
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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DU LITERATURBLATT No. 1C> Lehmanns jüdische Volksbücherei Band 37. Drei Erzählungen. Von J. Herzberg, Bromberg. Band 38. Die Tscherkessenbraut. V11״ Herzberg, Bromber. Band 39. Zwei Schwestern. Eine jüdische Erzählung von Dr. M. Lehmann. Band 40. Aus dem Ghetto. Erzählungen aus dem vorigen Jahrhundert von Moritz Steinhardt. Mainz: Joh. Wirthsche Hofbuchdruckerei A.-G. 1906. Die vorliegnden Bändchen aus der Lehmannschem Volksbücherei stehen auf demselben Niveau und huldigen derselben Tendenz wie die früher erschienenen Bände. Im allgemeinen wiederholt ja die Volksbiieherei nur bereits bekannte Erzählungen, die darum freilich nichts von ihrer Eigenschaft als ganz nette Lektüre für das jungendliche Alter einbüssen. Wenn wir einen grossen Überfluss an Erzählungsliteratur auf diesem Gebiete besässen, würden wir vielleicht einen strengeren Masstab anlegen müssen. So aber genügt es, festzustellen, dass das Barmitzwahalter an diesen Erzählungen Gefallen findet, und dass viele dieser Er- Zählungen geeignet sind, auch belehrend zu wirken. Der Preis von 30 Pf. für das Bändchen ist ein angemessener. Notizen Rembrandt als Judenmaler Unter diesem Titel veröffentlicht im HAMBURGISCHEN KORRE- SPONDENTEN Dü .Max G r u n w a 1 d - Wien eine Studie, worin versucht wird, die Wendepunkte in dem Leben des holländischen Malers mit seinen biblischen Bildern in erklärende Verbindung zu bringen. ״Als Saskia sich Muttex «fühlt, malt er die Verkündigung der Engel an Abraham. Aus gleichem Anlass entsteht das Bild, wie Manoeh und sein Weib den Engel entschweben sehen, der ihnen die Geburt Simson* verkündet־‘'hat. In Simson״ dem Recken, der Philister Graus, hat er, der mit ungebändigtei Kraft ggen Zopf und Schranken überlieferten Aesthetik kämpft, an den Säulen des Götzentempels rüttelt, sein Symbol gefunden. Schon als et, der ״unter den Eseln seines Vaters geborene“ Plebejer, gegen den Willen der vornehmen Siippen und Magen seine Saskia errungen — auch ״Simsu bedroht seinen Schwiegervater“ stammt aus der Zeit — war ״Die Hochzeit Simsons“. seines Lieblingshelden, entstanden. Seine ״Opferung Isaks“ durchbebt der Schmerz des Vaters, der um sein erstes Kind trauert. Seine Hendriickje, Saskias Nachfolgerin in seinem Herzen, wird vom kalvinistisehen Kirchenrat wegen ihres anfechtbaren Umgangs mit Rembrandt vom Abendmahl ausgeschlossen. Die Antwort des Meisters kann man aus dem Bilde lesen, wie Potiphars Frau — die verlogene Moral — bei ihrem Mann - dem Konsistorium den unschuldigen Josef — seine Hendrickje — verleumdet. Aus dem Kasseler Bild ״Jakob segnet seine Enkel Manasse und Ephraim“ — die Namen der beiden bekannten jüdischen Freunde des Künstlers — spricht vielleicht seine Absicht, Kornelia, Hendrichjes Tochter, dem legitimen Titus gleichzustellen. Und als es nach häuslichem Unglück und wirtschaftlichem Zusammenbruch mit ihm abwärts gehen will, da packt ihn gewaltiger Zorn - ״Moses zerschmettert die Gesetztafeln“ (1659) ־---. dann aber schwebt ihm Jakob vor. wie er nachts mit dem Engel ringt* ״Ich lasse Dich nicht. Du habest mich denn gesegnet“, so ruft es ,in dem Bilde der Berliner Galerie, welches das Finale ״eines Lebens einleitet.“ Dieses starke Anklingen der religiösen Note erklärt Dr. Grunwald aus der Zugehörigkeit Rembrandts zu den Mennoniten, die religiös dem Judentum sehr nahe standen. Auch wohnte Rembrandt durch 17 ,ahre mitte im