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Jüdische Rundschau · 1906-07-27 · 16 (27.7.1906) · p. Seite 132

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
16 (27.7.1906)
Date
1906-07-27
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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133 LITER ATU RJBL ATT No. Hi diesem Resultate kommen fast alle .E'orsgiier der ökonomischen Lage des jüdischen Handwerkers. Die Werke der Zentralgescllschaft für jüdische Kolonisation von Bloch und anderer, die der Erforschung dieser Frage gewidmet sind, sind trotz ihrer trockenen Zahlensprachen voll Schrecken. Fs entsteht ein entsetzliches Bild: die ökonomische Entartung des russischen Judentums. Da sind noch ein paar Zahlen. Aus der Zusammenstellung der Kolonisationsgesellschaft erfahren wir, dass die Zahl der jüdischen Meister, Oeseilen und Lehrlinge sich wie folgt zu-einander verhalten: 52 Prozent Meister, 28 Prozent Gesellen und 20 Prozent Lehrlinge. D. 11.. ein jeder Meister hat durchschnittlich einen Gesellen oder einen Lehrling. Diese Tatsache beweisst, wie primitiv die Arbeit der jüdischen Handwerker ist lind wie wenig die Arbeitsteilung entwickelt ist. Fügen wir noch einige Angaben über den Verdienst des jüdischen Handwerkers hinzu, so haben wir das ganze Bild in voller Nacktheit vor uns. So ist der Durchschnittsverdienst eines Schneiders im Südwesten ca. 200 250 Rubel jährlich; Geseilen, d. 11. ca. 20 Prozent sämtlicher Handwerker verdienen im Durchschnitt nicht über 3 Rubel wöchentlich. Dabei ist der Schneider d.r bestgestellte Handwerker im Vergleich zu den anderen Professionen. Sehen wir uns die Angaben der Statistik aus dem Gebiete der Wohltätigkeit. so finden wir, dass der Pauperismus bei den Juden mit einer erschreckenden Schnelligkeit wächst. Nach den Angaben vom Jahre 1893 konnten über 20 Prozent der gesamten jüdischen B e v ö 1k e r 11 ng n i c h t 0 11 n e U 111 e r Stützung der Wohltätigkeit sg e s e 11 s c h a f t e 11 auskomme n. Das ist eine unerhörte Zahl! Es gibt nichts ähnliches in irgend einem Lande der Welt! Dazu ist also das russische Judentum durch das Regierungssystern der Unterdrückungen und Beschränkungen gebracht worden. Der Prozess des ökonomischen Aussterbens der jüdischen Rasse ist in vollem Gange. Da habt ihr das Märchen und die Tatsache -- Wahrheit und Dichtung. Von Dr. S c 11 e m i r j a L e w i n. (Übers, v. J. B e n e 11 s o n. Die Synagoge auf der Dresdener Kunstgewerbeausstellung 1906 Eine Hauptaufgabe, diel ,sich die Leitung der dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung zu Dresden gestellt hat, ist die. dahin zu wirken, dass die kirchliche Kunst in Deutschland mit dem zeitgemässen Empfinden!in Einklang gebracht werde. Während auf allen anderen Gebieten die Kunst mit dem Leben jederzeit fortschritt, liegt es auf unserer Zeit als ein Hemmnis, wenn immer noch die alten Stile und das mehr oder wenigei handwerksmässige Nachahmen des künstlerischen Ausdruckes vergangene! Zeiten für hervorragend kirchlich gilt. Die Ausstellungsleitung beschloss daher, um neue Anregungen zu geben, eine Anzahl kirchliche Räume zu schaffen, deren Entwurf und Ausstattung verschiedenen Künstlern über-

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