Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 15 (20.7.1906)
- Date
- 1906-07-20
- Page
- Seite 126 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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126 LITERATURBLATT No. 15 destens zum grössten Teile in angemessener Weise honoriert. Wer da weiss. dass die zionistisch-literarischen Arbeiten ohne diese Honorare auskommen müssen, ausgenommen natürlich die WELT, und darunter schwer leiden, der wird die wertvolle Neuerung mit Freuden begrüssen. Die. Redaktion lag in den Händen des Herrn Dr. T. Z 10 c i s t i, von dem auch eine Nachdichtung Schalom Aschs und ein Aufsatz über den Schekel enthalten ist. Von Bub er ist ein kleines Gedicht da. Palästina ist leider nur in dem einen Aufsatz von Sandler über die Eignung des Landes zu Heilanstalten behandelt. Ausserdem ist es freilich ganz unnötigerweise in einem Aufsatz von Dr. S i m 0 n s 0 n mitbehandelt worden, an dem mancher wohl nicht ganz mit Unrecht Anstoss nehmen wird. Unter den Mitarbeitern vermissen wir Namen, wie Friedemann. Auerbach, F e i w e 1, Julius Simon. Moses - Mannheim und so viele andere, die wir gern in dem Sammelbuche gesehen hätten. Jungmanns Aufsatz über die Rasse ist mit grosser Sachkenntnis und in Jungmannscher■ Frische mit vielen Anregungen gehalten. Blau und N 0 s s i g leisten ebenfalls ihrer Eigenart entsprechend, das was man von ihnen erwartet. Den Vogel haben die beiden rabbinischen Emile abgeschossen. Emil Cohn und Emil L e w y, die sich beide wieder einmal von der vorteilhaftesten Seite als lebendige und lebenerweckende Dichter zeigen. Wenn wir auch in dem׳ diesjährigen Kalender noch nicht das finden, was wir von ihm wünschen — und wir wünschen sehr viel von ihm — so empfehlen wir ihn doch allen unsern Freunden und Gesinnungsgenossen zur weitesten Verbreitung aufs allerwärmste. Je weiter er verbreitet wird, um so geringer ist das Risiko, das die Zionistische Vereinigung für Deutschland mit diesem Kalender auf sich ״enommen hat. m. Beschlüsse und Resolutionen der Zionisten-Kongresse I—VII. Nach den offiziellen Protokollen zusammengestellt von Hugo Schachtel. Wien: Zionistischer Zentralverein 1906. .(39 S.) 8. Der Verfasser des Kongressschlagwortregisters hat uns hier zum zweiten Male eine wenn auch weniger mühevolle, darum nicht minder verdienstliche Arbeit geschenkt, um uns die Früchte unserer Kongresse näher zu bringen. Es ist eine tendenziöse Zusammenstellung, die eben deshalb das abseitigste Interesse beansprucht. hl. Notizen Semiten und Sumerier In der letzten Gesamtsitzung der Akademie( der Wissenschaften las Professor Ed. Meyer über Sumerier und Semiten in Babylonien. Die ältesten Denkmäler Babyloniens zeigen, dass die Sumerier und die Semiten Babyloniens scharf geschiedene Volkstypen repräsentieren. Die Sumerier sind aber nur in Sübabyloniiön nachweisbar, und ihre Götter zeigen nicht sumerischen, sondern semitischen Typus; sie müssen dieselben mithin den Semiten entlehnt haben. Somit scheint es, dass die älteste Bevölkerung Babyloniens semitisch war und dass die Sumerier erobernd in den Süden des Landes eingedrungen sind Sie haben, vor allem durch die Erfindung und Ausbildung der Schrift, für die Kulturentwickelung Babyloniens die grösste Bedeutng gehabt, stehen aber auch umgekehrt von Anfang an unter semitischem Einfluss. Maler David Cohn Man schreibt dem NEUEN WIENER TAGBLATT aus Hamburg: Dem hiesigen Kunstvereine verdanken wir die Bekanntschaft mit dem