Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 15 (20.7.1906)
- Date
- 1906-07-20
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 15 LITERATURßLATT 125 Fürsten deir ersten Dynastie, der ״das Land der Schildkröte“ eroberte, wie damals die Sinaihalbinsel genannt wurde. Maqrisi. der Geschichts- Schreiber der Mameluken, hat Akaba als die Stadt bezeichnet, wo die Pilgerfahrt nach Mekka begann. In einer Entfernung von einer Meile stand ein von den Cäsaren errichteter Triumphbogen. Noch zu Al-Maqrisis Zeit gab es in Akaba viele Moscheen. Iben-Achmad Ibn-Tulum, Sultan von Aegypten, baute eine Strasse über die Berge für die Pilger. Während der Kreuzzüge wurde ‘Akaba von den Franken erobert, aber von Saladin, der von Kairo auf Kameelen Schiffe hinüberschaffte, den Kreuzfahrern wieder abgenommen. Pietro Della-Valle. der im Jahre 1615 die Stadt besuchte, hat nach seiner Art über ‘Akaba f|efabelt. Burckhardt, der im Jahre 1816 die Gegend bereiste, fand im Schloss von Akaba, das inr 16. Jahrhundert vom Sultan El-Ghori efrbaut wurde, eine Besatzung von 30 Soldaten zum Schutz der für die Pilger und durchziehenden Soldaten bestimmten Mundvorräte״ Leutnant Wellstead von der indischen Marine hat im Jahre 1833 Akaba und die Pharaosinsel besucht und beschreibt die letztere als ein Eiland mit zwei niedrigein, durch eine flache Landzunge verbundenen Hügeln. Es ist eine mit Ruinen bedeckte Insel ohne Quellen. Regenwasser wrd wie in Aden in Zisternen gesammelt, die von der Ueberlieferung dem Saladin zugeschrieben:, aber vermutlich weit früher entstanden sind. Sir Richard Burton. der im Jahre 1878 diesen Busen des roten Meeres befuhr, ist von der Landschaft durchaus nicht eingenommen. Seiner Ansicht nach äst die Festung auf der Pharaosinsel, in der zu seiner Zeit, wie auch noch jetzt der Fall ist. eine ägyptische Besatzung lag, von europäischen Kreuzfahrern erbaut worden. Doch fand er Spuren einer römischen Feste. In Akaba fand Burton als Besatzung ein halbes Dutzend türkischer Artilleristen und eine Handvoll Baschi-Bozuks, die sich fürchterlich langweilten und von der entsetzlichen Sommerhitze gewaltig litten. Richard Burton hat übereinstimmend mit Professor S a y c e die Behauptung aufgestellt, dass der Berg Siinai nicht auf der nach ihm genannten Halbinsel gesucht werden dürfe. Der Professor bezeichnet den jetzigen Berg Seir als den wirklichen Sinai und Jam-Süf, das Schilfmeer ist nach seiner Ansicht gleichbedeutend mit dem Meerbusen von Akaba. Literaturbericht Kadlmah, Kalender fü'r das Jahr 5667 (1906/07), h r s g. von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Preis 50 Pf. Berlin: Verlag Jüdische Rundschau, E. G.'m. b. H. (1906.) Zum ersten Male hat die Zionistische Vereinigung für Deutschland den Kalender in eigene Regie genommen und das ist recht von ihr. Sie hat aber gleich einen Schritt weiter getan und hat die Mitarbeiter min-