Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 14 (6.7.1906)
- Date
- 1906-07-06
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 14 LITERATURBLATT 115 selbst ׳in einer Vorrede aut die grosse Bedeutung der Smithschen Forschungen ,hinweist. Die׳ beste Anerkennung difeser anerkennenswerten Tat wär es, wenn das Buch einenrecht weiten Leserkreis; sich eroberte. Unser Wunsch Ist es, dass auch in unserem Freundeskreise sich diese ihr die Kritik eines Teiles unserer Volksliteratur bedeutsamen Arbeit recht Viele fänden), dii-e sich nicht mit!einer blossen Registrierung des- Erscheinens begnügten, sondern sich zu ihrem intensiven Studium bewegen liessen.* Das Smithsche Buch gibt Veranlassung, auch in unserer jüdischen Wissen- Schaft, besonders in der Geschichte unseres Volkes zur Zeit des Unterganges seines Staates Vieles zu revidieren. Heinrich Sachse. Die Entdeckung eines Hyksoslagers Einer der dunkelsten Abschnitte der ägyptischen Geschichte, der den Gelehrten schon viele Rätsel aufgegeben hat, ist jene Periode, in der die Hirtenkönige oder Hyksos das Reich eroberten. Den Aegyptern selbst schien es ganz unglaublich, wie eine Horde von Barbaren ihre schon damals hoch aufgeblühte Zivilisation hatte unterjochen und beherrsehen können; ihnen erschien dieser Einfall ähnlich wie den Schriftstellern der ersten christlichen Jahrhunderte die allmähliche Eroberung Roms durch die germanischen Völker, als ein unverständliches Strafgericht der Götter und ein unbegreifliches Schicksal. Sie begriffen noch nicht die geheimen Gesetze, denen ein Staat in den Stadien des Niederganges und des allmählichen Verfalles unterworfen ist. Die Geschichtsschreiber haben dem Ursprünge der Hyksos mannigfach nachgeforscht; seit Josephus sie mit den Juden identifizierte, sind sie bald als semitische Beduinen, bald als Kititer. ja zuletzt als Etrusker bezeichnet worden. Von Denkmälern, die die Hyksos hinterlassen haben, sind bisher nur ganz wenige aufgefunden worden. Als Mariette einige Sphinxe und Statuen fand, die den gewöhnlichen ägyptischen ' Denkmälern sehr unähnlich waren und die Namen von Hyksoskönigen trugen, wurden diese Funde bereitwilligst als Porträts der Hyksos anerkannt. Aber die Namen waren augenscheinlich Umschreibungen auf diese Hirtenkönige, und die Skulpturen gehörten einer viel früheren Epoche an. Altes, was diesem geheimnisvollen Volke mit Sicherheit zugeschrieben werden konnte, waren zwei. oder drei Steinblocke und eine Hand voll von Skarabäen, und daraus konnte sehr wenig für eine geschichtliche Erklärung dieses folgenschweren Zwischenspiels in der Geschichte Aegyptens entnommen werden. Im vergangenen Winter haben nun. wie die TIMES mitteilen. Mitglieder der ״Britischen Schule für Archäologie“ in Teil el Yehudiyeh, wo schon die meisten Hyksos-Scarabäen gefunden worden waren, nach weiteren Spuren gesucht, die auf eine Ansiedelung des Hirtenvolkes führen konnten. Und wirkilch ist es Professor Flinders Petrie gelungen, ein gewattiges Lager mit Erdwällen auszugraben. Dieses Lager wurde vor 1500 v. Chr. von einem Nomadenvolk errichtet, das mit Bauten in Stein, Ziegeln, ja selbst in Holz noch völlig unbekannt war und das sich zu seiner Verteidigung noch allein des Bogensehiessens bediente. Sie hatten für den gewöhnlichen Gebrauch noch keine Tongefässe und benutzten deshalb Behälter aus Leder und Holz. Da viele Gräber aus dem Hyksos- Zettatter hier aufgefunden wurden, die zeitlich früheren: innerhalb des Lagers, die späteren auf einer Begräbnisstätte ausserhalb der Wälle, und da die ganze Gegend, in der die Grabungen vorgenommen wurden, mehr Scarabäen der Hyksoszeit enthielt als aus allen anderen Perioden Aegyp-