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Jüdische Rundschau · 1906-06-22 · 13 (22.6.1906) · p. Seite 111

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
13 (22.6.1906)
Date
1906-06-22
Page
Seite 111 (sequence 7)
Language
German
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NcbJS _ LITERAT URB LA TT Hl iiiu'ui will, damit dem Leser des Alten. Testaments.. nirgends der Zu״ sammunhang mit dem Ganzen verloren «׳che. Line Art Ergänzung kann sm' heissen, sofern die Kommentare sich nur mit den einzelnen Büchern des Alten Testaments und deren Llementen zu befassen haben, sie dagegen die Linzeler.gebnissc in ein Ganzes׳ zusammenzufassen ,strebt." Ls handelt sich bei der alttesfamentlichen Religionsgeschichte .wie überhaupt in., der positiv seimvollenden Bibelkritik und Bibelforschung־, vielfach um vage Vermutungen und kühne Deduktionen, denen der historisch gebildete (leist nicht zu folgen vermag. So kann cs gewesen sein, vielleicht ist. es setgar so gewesen, aber es kann auch ebenso gut ganz anders gewesen sein. Der Uebergang von der Nomadenreligion zur Bauern- und später zur Propbotenreligion kann stell so vollzogen haben, wie• es dargelegt wird, aber es muss nicht so gewesen sein. Wenn man sich diesen (11 tmdzweifel au der Sicherheit der Bibelforschung stets gegenwärtig hält, so wird, man die vorliegende Martische Linführung mit viel Vorteil und ästhetischem Genuss vornehmen können. Ls steckt viel Anregung darin und viel wertvolle geistige *Arbeit. Lin vorzügliches Sachregister erleichtert die Benutzung des ausgezeichneten Buches. ' . L. Z u r P s y c.h o 1 0 g i e und (iesclii c 111 e d e s B 1 u t r i t u a 1w a 11 n e s. (D e r Prozess S i m o 11 v o n T r'ient und Le 0 p 0 1 d liilsner.) Von Dr. M»,a x Grunwald. Wien: 1906 (24 S.) 8. . י •v Vortrag, gehalten am 26. März im .,Zentralvercin deutscher Staats-, biirger jüdischen Glaubens“ in Berlin W. und am 2. Mai; .1906־ in der Generalversammlung des ,Vereins zur Abwehr•'des Antisemitismus“ in Wien. Der Grunwaldsche Vortrag behandelt ein Thema, das so lange modern sein wird, als es eine Religion giebt. die aus der Transsubstantationslehre im Mittelalter zu der Beschuldigung käme dass die .luden Abendmaldhostien zum Zwecke der Blutgevdmumg kreuzigten. ׳ Nicht im Judentum. sondern in einem christlichen Bekenntnis, ebenso׳ wie im alten Germaneutum sind 'die Gründe für die Blutbeschuldigung zu suclien.• Grünwalt! beherrscht seinen Stoff und w-eiss• ihn wie immer meisterhaft darzustellen. Linen praktischen Lrfolg hat aber seine aufklärende Tätigkeit nicht. Denn auf die Laktoren. die für• die Blutliige in Betracht kommen, kann weder die Wissenschaft noch das ehrliche Suchen der Wahrheit wirkeir Der versuchte Justizmord an dem unschuldig eingekerkerten Hilsner zeigt, welche Ma^lit der Antisemitismus und ihr, Mechanikus, Schneider in dem Laude haben. Grunwalds Vortrag sei allen Lreunde.n der .Wahrheit aufs wärmste empfohlen. hl. ■ , Probefahrten. L r s 11 i n g s a r b c i t e n aus d e m D e u t s c h e n S c m i n a r i n L e i p z i g. Heraus g. von Albert Koste r. B a 11 d 6: A 11 a s v e r d i c 11 t u n g e n s e i t G o e 111 e. Von A 1 b e 1 t Soergel. Leipzig: R. Voigtländer, 1905. (VI1I. 172 S.)■ 8. 4,80 Mark. Die Sa ge v o m e w i g e 11 J 11 d e n i 11 d e r n e u e reu de u ts e־ h c 11 Lite 1־ a t 11 r. Von Dr. .1 0 h a 11 n Prost. Leipzig: Georg Wigand 1905. (VI, 167 S.) 8. 3 Mark. Zu zwei vortrefflichen Dissertationen hat die Sage vom ewige!( Juden und ihre Ausgestaltung in der deutschen Poesie Anlass gegeben. Beide Arbeiten greifen dasselbe Thema von verschiedenen Gesichtspunkten au. s< dass sie durch ihr gleichzeitiges Lrscheincn nicht an Wert verliefen. Im Jahre 1602 tauchte der geheimnisvolle Wanderer .zum ersten Male in der Literatur auf. Seitdem ist der Stoff wiederholt dichterisch verwertet, namentlich in dem ruhelosen, philosophischen.' kosmopolitischen' 19. Jahrhundert. In drei Gruppen teilt Prost diese Bearbeitungen:■ in -die episedischen, die symbolisch-tendenziösen, die sagengemüssen.״ Letztere Gruppe ist die unbedeutendste. Nur wenige Dichter haben die Sage rm

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