Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 13 (22.6.1906)
- Date
- 1906-06-22
- Page
- Seite 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mo. 1;! Li TERATURßLATT 10.) Gründung des Frankfurter (a. d. O.) Palästinakomitees war er beteiligt. Sc!ne Bedeutung für das grosse Werk liegt aber auf einem ganz andern (k biete. Da Kalischer nicht deutsch schrieb, wie Hess, sondern hebräisch, so hat er auf.ein ganz anderes Publikum gewirkt. Seine Schriften wurden von dem hebräischlesenden Publikum gelesen und wenn auch damals noch die neue hebräische Literatur sich in ganz andern nicht national, scheinenden Bahnen bewegte, so war doch hier das Tor gegeben, durch das Hess' natioualjiidische Welt- und Geschichtsan-schauung im Verein mit schien Staatsgedanken in die östliche Judenheit den Einzug hielten. Die ungarischen Juden freilich sind hierbei nicht mit einbegriffen. Kalischers Hauptschrift צ'־ן /Vw“T,wirkte zuerst gar nicht auf die junge Welt im Osten und doch war sie es. aus der die spätere Ernte der Hess’schen Saat in Russland und Polen hervorsprosste. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht Na t j o 11 a l e Forde r 1111 g e n. N a t• i o 11 a 1 k u I t u r z 1 1 e A ut o 11 0 m i e. Einzig berechtigte Uebersetzung aus dem Jüdischen von David Balakan. Wien X: Brüder Suschitzky, 1906. (24 S.) 8. Preis 30 Heller. Die nationalkulturelle Autonomie, die der Verfasser in dieser Broschüre fordert, führt trotz seines Bekämpfens des Zionismus notgedrungen zu dieser Konsequenz der Fortführung der jüdischen Geschichte. Wenn er die jüdischdeutsche Volkssprache zur Grundlage dieser Autonomie gemacht whssen whll, so nimmt er damit in Wahrheit ein Element, das im jüdischen Volksleben noch zu einer grossen lebenwreckenden Rolle berufen ist. Die Ausserachtlassung des Hebräischen ist ein Mangel der Kenntnis der jüdischen Geschichte und damit •eben ein Manko in seinem Nationalisnms. So wie die Nation ein Historisch-Gewordenes ist, so gibt es keinen Nationalismus, der sich von der Geschichte und dem Historischgev'ordenen losmachen kann. e— in. Der politische Zionismus. Sein Z i e 1, s e i n e O r g a n i s a t ,i o n, seine Institutionen. Herausgegeben vom Zionistischen Zentralverein in Wien. Wien. 1906. (32 S.) 8. Die kleine Broschüre, welche irr anschaulicher Weise einen Ueberblick über den Zionismus gibt, dürfte nur in der kurzen Geschichte des Zarismus wesentlich hinter dem zurückgeblieben sein. wras man in ihr sucht. Sonst ist es eine ausgezeichnete Agitationsbroschiire, die hoffentjich in recht weite nichtzionistische. Kreise gelangt. hl. Lieder des w a n d e r n d e n V o 1 k e s. Von S i 1 \ y Karger. Breslau: W. Köbner. 1906.. (31 S.) 8. Wer selbst einmal unvorsichtig genug war. Verse zu machen und ohne den Beruf zum Dichter zu fühlen, aus Opportunitätsgriinden die Verse gar drucken liess, nimmt jedes neue Büchlein mit Versen nur mit einer gewissen Scheu in die Hand. Sind es gar Verse auf demselben Gebiet wie die eigenen, so ist diese Scheu doch gewiss zu begreifen. Mit dieser