Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 6 (2.3.1906)
- Date
- 1906-03-02
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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43 No. (5 LITERATURBLATT Methode gelangen wir zu einer Erfassung der Lebewesen (mit Einschluss der Tiere) als feinem ungeheuren Rührbrei ohne jede Differenzierung, .wir, gelangen zu eirter Art von Kosmopolitismus, der den Gipfel politischer und., naturwissenschaftlicher Naivität darstellt. Es ist'unverständlich, wie der kritische Kopf Georg B.raudfeS in seiner neülichen Zuschrift an die POLITIKEN denselben groben Fehler begehen konnte, der — so sollte man meinen — nur in einem Kopfe entv stehen kann, in dem ein unwissenschaftliches und unmodernes Weltbild lebt. Brandes leugnet das Bestehen der jüdischen Nation seit der Zer- Störung Jerusalems und führt die Blutmischungen als einen Beweis gegen das Bestehen eines nationalen Zusammenhangs an. Die Widerlegung haben wirschon vorausgeschickt, ich möchte aber nochmals einige Gedanken zusammenstellen. Zunächst könnte man einwenden, dass die Blutmischungen an sich noch kein Grund wären, jüdischen Nationalismus zu leugnen. Die Kirchhoftsche Arbeit liefert ja zahlreiche Beispiele dafür, dass sich der nationale Begriff über den physisch-anthropologischen kühn hinwegsetzien darf. Wq aber ein solcher anthropologischer Unterschied besteht, kann er natürlich als nationales Unterscheidungsmerkmal mit verwandt werden. Sollen wir nun — um unserem obigen Gedankengange zu folgen — nicht zu einer völligen Verwischung und Verriihrung aller physischen Gegensätze, aller Gattungen und Arten, gelangen, so müssen wir auf der Arten- und Gattungsdefinition auf Grund der heute lebenden Formen bestehen■ ist es nun da zu leugnen, dass der Rassengegensatz zwischen dem iü4i־ sehen und dem deutsch-arischen Typ manifester ist, als zwischen irgend zwei anderen Nationen Europas? Und soll es ein Zufall sein, dass der Gassenjunge mit so wunderbarem Instinkt den jüdischen Typ erkennt? Und soll es nicht ein Zeichen von ״Rassenreinheit׳' - in dem einzig praktisch brauchbaren Sinne — sein, wenn wir auf dem schwarzen Obelisk von Nimrud jüdische Gestalten, den Tribut Jehus überbringend, ge-: meisselt finden, deren jüdische Physiognomie unser Gassenjunge heute auf den ersten Blick erkennen würde? Welche Bedeutung soll denn das arisch-amoritische־ Blut für die : Rassenfrage haben, wenn es 12—14 Jahrhunderte vor Christi Geburt zum jüdischen Rassenblut vielleicht; einen, Einschlag geliefert hat? Und, welchen Einfluss ,soll: diese! Blutmischung erst gar auf die nationale Frage haben, da der Nationalstaat;;noch fast 1500 Jahre nach Vollziehung dieser Blutmischung bestanden hat;?:! Etwas Verständlicher wird uns . vielleicht die Stellungnahme, Brandes^ dadurch, dass er sich dem Nationalismus übe,r ha;up,t fgindlifch gegenüberstellt, dass er die Trennung in Nationen überhaupt als. unlogisch, verwirft. Es ist nur zu bemerken; dass seine Ausführungen dann Tür die meisten ■ deutsch-jüdischen Assimilanten, dieHa die Juden;,als!!;einen; -.Be-/־• standteil der deutschen Nation ansehen,:::unbrauehba1i sind/:!'Jnj der. Zeit;■‘•׳ sclirift DAS FREIE WORT (5. Jan. 1902) schreibt B r a n-d e s über ^Nätipr: nalismus•”. Er wendet •sich gegen Maurice;M u r e,t's Schrift;,Liesi^r,»־! i u i i” und gegen das Buch ״TE u r o p e gi ö v.an e־":, (das!junge;Europa.) von. F er -r e ro- (einem Schüler Lombrpsos), :dem er -. Widersprüche־! »ach-,.