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Jüdische Rundschau · 1906-02-09 · 4 (9.2.1906) · p. Seite 31

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
4 (9.2.1906)
Date
1906-02-09
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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31 No. 4 LITERATURBLATT Li.c. Dr. Willy Staerk. Religion und Politik im alten Israel. Tübingen, Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck). 1905. 25 S. 8". Die politische Geschichte Palästinas in der Königszeit ist einer der unklarsten Abschnitte in der Geschichte. Bessere Einsicht in das Verhältnis von Religion und. Politik könnte grade hier manches Licht bringen. Aus der Schrift Staerk’s aber erhalten wir keine Mehrung unserer Einsicht. Er fasst das Verhältnis der jüdischen Religion zu den ausländischen Kulten viel zu einseitig als gewobte Umgestaltung auf und zwängt die Geschichte in ein Schema, das ihr fremd ist. Darum ergeben sich auch die wunde i - Mchsten Widersprüche;, besonders deutlich in der Auffassung der kraitvollen Gestalt Josias, dem der Verfasser in keiner Weise gerecht zu werden vermag. Ueberhaupt enthält seine Darstellung nirgends eine wirkliche Erklärung der geschichtlichen Zusammenhänge, denn auch das abgebrauchte Schlagwort vom „nationalen Jahwekultus“ ist keine Erklärung. Was Staerk gibt, sind teils Selbstverständlichkeiten, teil Hypothesen. ea. Purim-Quell, geflossen aus der Feder von Salomon Goldschmidt, (des Purim-Almanachs fünfte Sammlung). Hamburg: A. Goldschmidt 1906. (40 S.) 8. Eine willkommene Gabe zu Purim. Mit frischem Humor geschrieben, der uns über kleine Trivialitäten hinweghilft, die hin und wieder doch sich eingeschlichen haben. Der Inhalt ist: Wajisslu es Homon al ho—etz. — Das Pferd. — Purim vor Gericht. — Mordio Purimo und seine Menagerie. — Purimstimmung. — Rede des Herrn Lilienbaum. Purimtoast. — Purimlieder. - Bibele-Babele. — Jetzt, wo es zu Purim geht, ist die kleine Gabe doppelt willkommen. Sollen und dürfen die Juden zum Christentum übertreten? Ein Beitrag zur Lösung der Judenfrage. Herausg. von Salomon Borus. Strassburg i. E.: WMlstein & Teilhaber 1906. (13 S.) 8". Ein wertloses Gewäsch, dass die Juden zum Christentum übertreten sollen. Mit einer unglaublichen Unwissenheit wird da das jüdische Gesetz „historisch“ beleuchtet. Es ist erstaunlich, wie geduldig Papier und Geschichte sind. Diese muss sich doch wirklich allzuviel gefallen lassen. Dass sich der Autor auf Dr. E r omer und den hallischen Rechtsanwalt Benedictus Levita bezieht, der mit Fromer und dem vorliegenden Borns das Gemeinsame des pseudonyme n Angriffs hat, ist selbstverständlich. Statt einzelne Satzungen des jüdischen Rechts, deren Sinn der Autor nicht versteht, zu kritisieren, raten wir ihm, nachzugrübeln iibei dm tiefsinnige dogmatische Differenz von dem Verhältnis der drei Personen in der Dreieinigkeit, die den Kardinalpunkt der Trennung der okzidentalen und griechisch-christlichen Kirche bildet. Mit Stolz weist der Mann, der die vorliegende „Schrift“ ver--fasst hat, auf „die bedeutende Weltmacht" hin, die das - Christentum hat, als den wichtigsten und ausschlaggebenden Bevveispunkt für das Christentum. Wenn er auch nur eine Ahnung vom Christentum hätte, würde er das nicht schreiben von einet Religion, die sich rühmt, dass „ihre Macht nicht von dieser Welt sei.” Aber er schreibt ia auch: „Alles kommt vom Himmel usw." Er scheint gar nicht zu wissen, dass das Christentum ebenso sehr wie an einen Gott auch an den Teufel glaubt und mit den Lehren von Teufel und Erbsünde stellt und fällt! Ohne Teufel und Erbsünde bedarf es e i n e r „E r 1 6 s u n g” und damit auch keines Christentums! Aber jedes vVor.t über die „Schrift“, die merkwürdigerweise in einem jiidiscUen Verlage erscheint, ist schon zu viel! e—m. Der Jüdische Proletarier. Organ tun der Zionistisch-sozialistischer Arbeiter-Partei. Jg. 1. No. 1. Nov. 1905. Die 47 Quartseiten grosse Monatsschrift, der bisher noch keine zweite Nummer nachgefolgt ist, ist sehr flott geschrieben, aber doch mit

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