Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 3 (2.2.1906)
- Date
- 1906-02-02
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2& No. 3 LITERATURBLATT übersichtlichen „Statistik der Lebensversicherungsgesellschaften”, „Lehrling und Lehrlingswesen”, „Lotterie”, „Landkarten”, „Lithographie”, letzwissenschaften erwähnen wir eine Reihe wichtiger Artikel über „Licht” tere beiden mit trefflichen bunten Tafeln. Aus dem Reiche der Natur und „Luft“; über „Luftdruck“ und „Lufttemperatur“ werden wir durch instruktive Karten aufgeklärt. Aus dem uns interessierenden Gebiete seien die folgenden Artikel erwähnt; Laub hüttenfest, Levi (Leon und Herrn.), Leviathan, Levy ben Gerson, Leviratsehe Elias Levita, Levy (Jakob, Michel, Maurice), Lombroso, Lumir; o so. Von den zahlreichen Beiträgen aus dem Gebiete der Medizin und Hygiene heben wir die ausführlichen Artikel „Lichttherapie^’ und „Lungenschwindsucht” hervor. Einen breiten Raum nimmt in diesem Bande die „Landwirtschaft” mit einer Reihe einschlägiger Artikel (Landwirtschaftliche Betriebsformen, Betriebssysteme, Maschinen, Wirtschaftserträge usw.) ein, während die agrar-politischen Bestrebungen der Vergangenheit und der Gegenwart im Artikel „Landwirtschaftspolitik” eingehend beleuchtet werden. Alles in allem: dieser 12. Band mit seinen 34 schwarzen und 4 Farbentafeln, sowie 14 Karten und Plänen reiht sich seltnen Vorgängern würdig an. Notizen Juden in China Ueber Zahl und Geschichte der Juden in China macht im Dezemberheft ier NORTH AMERICAN REVIEW J. Singer einige interessante Angaben. Die jüdische Ansiedlung in China, deren Dasein unter Juden und Christen gleichennassen wenig bekannt sein dürfte, ist sehr alt; sie geht in ihren Anfängen nach der Ueberlieferung bis auf die Han-Dynästie, genauer auf die Regierung Hang Ming Tis (58—76 n. Chr.) zurück. Ueber ihre Geschichte im Mittelalter sind nur wenige Einzelheiten bekannt, so z. B. dass sie im Jahre 884 zusammen mit Mohammedanern, Christen und Persern in die Revolte von Baiäu verwickelt waren; ferner ist es wahrscheinlich, dass zwischen 960 und 1126 eine neue jüdische Siedelung. zur See von Indien nach China gekommen ist. Marco Polo berichtet 1286 über die einflussreiche politische und geschäftliche Stellung der chinesischen Juden. Im Jahre 1354 wurden wegen mehrerer Aufstände die Juden aufgefordert, sich in die Hauptstadt zu begeben und Heeresdienst zu leisten. Während des ganzen Mittelalters hatten die feur» päischen Juden von dem Dasein ihrer Glaubensgenossen in dem fernen asiatischen Reiche keinerlei Kenntnis; erst durch katholische Missionare wurde wieder vom Vorhandensein einer 5000 bis 6000 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde in Kai-Fung-Fu und anderen chinesischen Städten etwas bekannt. Inschriften in chinesischer Sprache aus dem Jahre 1489, 1512 und 1663, die man in der alten Synagoge von Kai-Fung-Fu fand, warfen ein unerwartetes Licht auf diese früher ganz unbekannte Seite der jüdischen Geschichte. Die Geschichte zwischen dem Jesuitenpriester im Anfang des 17. Jahrhunderts, Pater Matteo Ricci, und dem chinesischen Judenknaben, der, als ihm jener das Bild der heiligen Jungfrau mit dem Jesuskinde zeigte, es für Rebekka mit Esau oder Jakob hielt, gehört sicher zu den interessantesten Fällen religionsgeschichtlicher Uebefraschungen. Im Jahre 1760 richtete der Londoner Rabbiner Isaak N i e t o einen hebräischen Brief an die Juden in China, worin er um Aufklärung über ihren Ursprung und ihre augenblickliche Lage bat*, die angeblich in Chinesisch und Hebräisch geschriebene Antwort ist leider