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Jüdische Rundschau · 1906-02-02 · 3 (2.2.1906) · p. Seite 22

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
3 (2.2.1906)
Date
1906-02-02
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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22 LITERATURBLATT No.- & Nathan Samuely: Aus finsteren Zeiten.. Eine Erzählung:, aus dem jüdischen Leben Galiziens vor fünfzig Jahren. Wien: Selbstverlag des Verfassers 1905. 71 S. 8. Nathan Samuely gehört zu den Künstlern des galizischen Ghettos,, •die aus ihm hervorgegangen, es zum Gegenstand ihrer Darstellung gemacht haben. Aber er hat den Vorzug, nicht nachher das Ghetto zu verachten und zu schmähen, wie es andere getan haben, sondern unter voller Anerkennung der Fehler und Gebrechen des Ghettos die Schönheit, und die Poesie zu verstehen und zu empfinden, die anheimelnd von dort entgegenwehen. Von wirklicher Gemütstiefe und ergreifender Tragik,, dann wieder von unbeschreiblicher Komik, sind alle diese Erzählungen, die,, unter dem heiteren Lachen, des Ernstes nicht entbehren, und mit denen uns Samuely seit mehr als einem Menschenalter entzückt. Zu den ernstesten und traurigsten gehört seine vorliegende Erzählung vom blinden. Schneiderlein, der vom roten Wölfele so bitteres Herzeleid erfährt Die Aushebung, die mehr aus einer Jagd auf Judenjünglinge als einer Amtshandlung besteht, ist der Höhepunkt der Geschichte. Von tiefer Tragik ist die Geschichte, die trotz einer zuweilen in die Erzählung hineintönenden Naivität den Stempel der! Wahrheit trägt. Aber naiv ist ja das galizische Ghetto.- Die Erzählung trifft sehr gut, ob mit oder ohne Absicht,, einen gewissen Ton der Jugendschriften. Jedenfalls ist sie wie alle Schriften Samuelys der wärmsten Berücksichtigung zu empfehlen. Eljäqim. Was lehrten die Pharisäer? Wer waren die Pharisäer? Hrsg, von dem Zentral-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Cassel: Gebr. Gotthelf 1905. (38 S.) 8. Die kleine Schrift beruht auf der Arbeit von J. Elbogeji: Die Religionsanschauungen der Pharisäer (Berlin: M. Poppeläuer 1904) und teilt die dort entwickelten Ansichten. Sie ist deshalb nicht zur Auseinandersetzung mit diesen geeignet, und es genüge, hier darauf hinzuweisen, dass der populäre Auszug klar und deutlich Eibogens Resultate für das allgemeine Verständnis darstellt.. Der kleinen Schrift ist eine weite Verbreitung zu wünschen. e—m. Verband der Deutschen Juden. Stenographischer Bericht über die zu Berlin am Montag, den 30. Oktober 1905, abgehaltene erste.Hauptver.Sammlung.- Berlin: H. S. Hermann 1905. (84 S.) 8. Das vorliegende Protokoll scheint, abgesehen von dem grammatischen Fehler auf dem Titelblatt, sorgfältig gearbeitet zu sein. Man ersieht aus ihm, dass der „Judentag” doch recht weit davon entfernt ist, das bald zu werden, was sich sein Urheber davon versprochen hat, Die Segenszene des Herrn Rabbiner Maybaum wäre wohl auch besser unterlassen worden. Aber die Geschmäcker sind eben verschieden und besonders auf dem Gebiete der Kunst. e—-m. Meyers Grosses Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und. vermehrte Auffage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11 000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Illustrationstafeln (darunter etwa 190. Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen), sowie 130 Textbeilagen, 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark oder in Prachtband zu je 12 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Der neue Band (L—Lyra) bringt aus allen Gebieten eine solche Wissensfülle, dass die Wahl schwer wird, das Beste herauszugreifen. Allgemeines Interesse haben die Artikel „Lebensversicherung”, mit einer

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