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Jüdische Rundschau · 1906-02-02 · 3 (2.2.1906) · p. Seite 19

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
3 (2.2.1906)
Date
1906-02-02
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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No. 3 LITERATURBLATT 19 die sich scharf abhob von der Gesetzes-Literatur, die keineswegs daneben, aufhörte. Schrieben aber die gesetzesforschenden Rabbiner ein schlechtes talmudisches Gemisch des Hebräischen und Aramäischen, so bediente . sich die neue Richtung hebräischen Schrifttums eines rein hebräischen Stils, der in Anlehnung an das biblische Hebräisch sich entwickelte, aber sehr bald eigene Bahnen einschlug und dem Hebräischen eine ähnliche Entwicklung gab, wie sie nach KlopstoCk und seit Lessing in der deutsche» Sprache sich gezeigt hatte. Die hebräische Sprache, die sich unter dem Drucke der Jahrhunderte verhärtet hatte, fing an, wieder weich und schmiegsam zu werden und Gegenstände darzüstellen, die ihr längst fremd geworden waren. Aber indem sie das alte Gewand war, in das sich neue Gedanken einkleideten, fanden diese den Weg zu den Juden des Ostens, die bisher nur im Chassidismus etwas Ähnliches geschaffen hatten, wie es das neu pulsierende Leben der westeuropäischen Juden bereits war, ,1» hebräischer Sprache hielten die ersten natiönaljüdischen Gedanken ihren Einzug in die polnischen und russischen Judengemeinden, wo bisher sich neues Leben nur in der Gestalt der kabbalistischen Mystik und chassidische» Frohsinns zu entwickeln begonnen hatte. Vorn an steht in Russland, Jizchak Bär Lebensohn und in Galizien Jizchak Erten Aber eine, lange Reihe von erlauchten Geistern bezeichnet den langen immermehr aufsteigenden Weg der neuhebräischen Sprache im Osten Europas neben dem, von uns ungesehen, aber nicht minder intensiv, der dauernde Aufstieg des Hebräischen in den Herzen und Häusern des Orients' einhergeht. W» sich später osteuropäische Juden und spanische Juden des Orients in palästinischer Arbeit begegnen, haben beide eine Entwicklung des Neuhebräischen selbständig durchgemacht und vereinigen ihre Bemühungen um die Weiterbildung der hebräischen Schriftsprache und der Neubelebung der hebräischen Umgangssprache. In der Geschichte der nationalen Gedanken bei den Juden ist die Neuerhebung des Hebräischen von grosser, Bedeutung. Sie geht parallel mit der Neubelebung den jüdischen Poesie und läuft neben den verschiedenen Versuchen einher, die auf die Herstellung eines jüdischen Staatswesens teils in nichtjüdischen Ländern, teils folgerichtig in Palästina abzielen. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht D r. theol. Carl Mommert, Menschenopfer bei den alten H e b r ä e rn. Druck und Verlag von E. Haberland, Leipzig-R. 1995. VI, 88 S. gr. 8 °. Verehrter Herr Pfarrer? Ritter des heiligen Grabes und röm.-katholischer Pfarrer zu Schweinitz! Sie wenden sich mit Ihrem Buche ausdrücklich nicht nur an die Christen, sondern auch an die Juden zur Beseitigung der verabscheuungswürdigen

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