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Jüdische Rundschau · 1906-02-02 · 3 (2.2.1906) · p. Seite 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
3 (2.2.1906)
Date
1906-02-02
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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LITERATURBLATT No. 3 Deshalb sind die Measfim, die die ersten Bannerträger der neuer- Wachenden hebräischen Sprache wurden, von so unendlich grosser Be. Deutung für das Neuerwachen der jüdischnationalen Idee. Sie waren die ersten, die die absolute Notwendigkeit der nationalen Sprache erkannten« Wenn auch vielleicht Jizchak Abraham E u c h e 1 und Mendel B r e s s e 1 a u, von denen im Jahre 1783 die Anregung zur Gründung der „Gesellschaft zur Förderung der hebräischen Sprache“ ausging, keineswegs sich durch nationale Ziele leiten Hessen, vielmehr von der geschichtslosen Auffassung eines Mendelssohn, in dessen Hause sie verkehrt hatten, sich leiten Hessen, so war doch das Werk, das sie zustande brachten, von eminenter Bedeutung im Sinne der volkstümlichen und volklichen Regeneration des jüdischen Stammes. Sie gründeten den Meassef, die erste periodische Schrift in hebräischer Sprache. Der Meassef, der „Sammler“, der bezeichnenderweise in der durch und durch zur Auflösung neigenden jüdischen Gemeinde Berlins keinen Boden fand und in Königsberg in Ostpreüssen erschien, hatte bald nach seinem Erscheinen statt seiner Begründer zu Redakteuren die beiden befreundeten Kämpfer des Judentums, Aaron Halle und Joel L o e w e. War dieser, bekannt unter dem hebräischen Anagramm seines Namens B r i 1 (Ben Rabbi Jehuda Löb Loewe), der bedeutendste Repräsentant einer der ersten Familien Schlesiens, die in positivjüdischem Sinne sich der westeuropäischen Kultur angeschlossen hatten, ein ernster Forscher und wahre Gelehrtennatur, so kam sein Kollege Aarön Halle (auch Wolffsohn) genannt) wegen seiner scharfen Polemik und seines ebenso scharfen Denkens sehr in Betracht. Von den Mitarbeitern haben insbesondere Wolf Heidenheim, Josef Haltern, Josef Witzenhausen und Moses Ensheim, auch Moses Metz genannt, sich um die Entwicklung und Fortbildung der hebräischen Schriftsprache Verdienste erworben. Zum ersten Male arbeiteten hier deutsche und polnische Juden im gleichen Sinne und in der gleichen Richtung einmütig kulturell zusammen. Denn Jizchak Satanov und Jehuda Löb Ben-Seebh gehörten zu den hervorragendsten Mitarbeitern des Meassef und zu seinen besten Hebraisten. Joel Loewe und Ben-Seebh waren von grösster Bedeutung, weil sie vor allem der formellen Seite der hebräischen Sprache Ihr Augenmerk zuwandten. Schrieb jener hauptsächlich grammatische Werke und bearbeitete biblische Bücher, insbesondere vom philologischen Standpunkte aus, so schuf Ben-Seebh ausser der Rückübertragung des Slrachbuches in das Hebräische ein gutes Lehrbuch der hebräischen Sprache und ein noch heute nützliches Wurzelwörterbuch des hebräischen Idioms. Als später der Ham-Meassef längst eingegangen war, hatte er bereits die Keime gelegt, aus denen die spätere hebräische Literaturblüte emporkeimen konnte. Die zwölf Jahrgänge der Bikkure Hä-‘ittim hächadaschfm, die 1821—1831 erschienen, setzten die Arbeit fort und schon in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts beteiligten Sich neben «ten italienischen Juden Reggio und Samuel David Luzatto polnische Hessische Juden in immer grösserer Zahl an-der höbräischen Literatur,.

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