Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 20 (22.12.1905)
- Date
- 1905-12-22
- Page
- Seite 155 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 20 LITERATURBLATT 155 Streu’ Asche, du Zeder, auf Libanon du, Lass fliessen die Tränen dem Salzmeerie zu. Denn der Seher verstummt, und die Quelle versiegt, Stöhnt auch Hermon, weil nimmer der Tau auf ihm liegt. Die Palme in Richa beugt klagend ihr Haupt, Der Dränger hat sie ihrer Krone beraubt. Ist das auch die Stadt, die der Herr sich erkor? Stand hier der Paläste vergütetes Tor? Dass diie Strassen so Heer, dass die׳ Fluren so öd’, Dass der Siidwest so schwül durch die Sandwüste weht. O weinet nur Ströme, du Tempelruin, Denn, Tochter, dein Glanz und dein Schmuck ist dahin. Allmächtiger, halt’ ein deine strafende Hand־! Zuviel־ schon der Drangsal dein Volk, ach, empfand. Seine Schuld ist dahin, se'ne Seele ist rein, Deinen es duldet Jahrtausend schon Kränkung und Pein. Vergiss sein nicht ewig, erneue den Tag, Wo Israel treu dir am Vaterherz lag! Ja״ Vater! noch stärkt uns dein göttliches Wort. In Leiden und Qualen war’s einziger ־Hort: Dass du trösten einst wirst das verödete Land, Und sammeln die Herde, die weithin verbannt. Da brichst du der Spötter gewaltigen Hohn — Lim Eden umfasset die treine Nation. Und hoch auf Moriah in himmlischer Pracht, Steht wieder Orgel, von Cherubim bewacht. Auf dem Gipfel1 der Berge, hoch ragt er empor, Hallelujahs lobpreisen die Sängier im Chor, Posaunenschall tönet in Salem so laut, Der Herr hat die ewige Feste erbaut. Mein Herz ist am׳ Jordan, im heiligen Land, Wohin alle Augen der Völker gewandt. Wo der Hrnmel so blau, wo die Sonne so glüht, Und in Saaron die Rose so purpurrot blüht; Wo abwärts nun wehet das Siegespanier •— Wo ich bin, wo ich gehe, mein Herz ist bei dir! Mit weniger Poesie, aber nicht minder grosser ,Begeisterung besingt ein Mann aus dem polnischen Osten der preussischen Monarchie, Julius Kossarski■, seine ״W a 11 f a h r t in P a 1 ä s t i 11 a“, von der aber das eine festzustehen scheut, dass!er sie nur auf dem Papier mit der