Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 19 (15.12.1905)
- Date
- 1905-12-15
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9ו . LITERATURBLATT 151 Fund., 11äml;ch die Auffindung des öfter in Inschriften genannten Kanals Arachtu.— Auch von den Grabungen in A s sü r wissen die Briefe des Expeditionsleiters Andrae wieder erfreuliche Fortschritte zu melden. Die Arbeit konzentrierte sich auf die völlige Freilegung des Ann- und Adad-Tempels, die nun. zu Ende geführt ist und reiche Ergebnisse an inschriftlichen und archäologischen Funden gebracht hat. So wurde u. a. der Kopf eines jener überlebensgrossen Stiere mit Menschenhaupt gefunden, wie sie an den Eingängen assyrischer Paläste zu stehen pflegen, ferner eine archaische lebensgrosse Statue aus basaltartigem Stein, leider ohne Kopf, die vielleicht aus der Zeit um 2000 v. Chr. stammt. שירי עון יודיש גאציאנאלע ליעז־ער, העגרעיש זשארגאן. פאלניש דיייטש לעמבערג ׳1905. Die kleine Sammlung enthält jüdisch-deutsche und hebräische, polnische und deutsche Lieder in guter Auswahl zum Singen. Die hebräische Uebersetzung von Felds ״Dort wo die Zeder” steht freilich keineswegs auf der Höhe des Originals. Sie ist holperich und nur zu singen, wenn man sich der dialektischen Aussprache des Hebräischen bedient, die die hebräischen Betonungsregeln zu Gunsten der jüdisch-deutschen aufgegeben hat. Hoffentlich ist die polnische Uebersetzung im Büchlein besser. Die übrigen Gedichte und Lieder sind gut ausgewählt. Der Preis von, 30 Heller für diese zweite Nummer der Jüdischen Volksbüchlein des Vereins Zion in Nadworna ist ein sehr massiger. H. L. Märchen aus dem Orient. Gesammelt und hrsg, von Rud o 1 f Müldener. Mit Illustrationen. Bd. 1 (5. Aufl.) Bd.. 2 (4. Aufl.) Langensalza: Schulbuchhandlung 1905. (152 und 155 S.) 8. Kartoniert ä Bd. 1,50 Mark. Die schönsten Märchen aus dem Tutiname, aus Alif Laila walaila, aus Sinad und anderen Sammlungen sind hier zusammengestellt. ,Die Sprache ist eine gute und die Auswahl innerhalb der durch die Quellen gegebenen Richtung eine nicht schlechte. Freilich sollte man überhaupt Kindern das Wunderbare und Schaurige, wie es in orientalischen, freilich nicht minder in Grimms Volksmärchen eine so Rollö spielt, vorenthalten. Wo das nicht grundsätzlich geschieht, seien die Miidenerschen beiden Bändchen wertvolle Gaben. Wer es mit seinem pädagogischen Gewissen in Einklang bringen zu können glaubt, andere Märchen als Andersens wunderbare Dichtungen seinen Kindern in die Hände zu geben, sei auf diese Sammlung hingewiesen. H. S. W. Notizen Der Jüdische Dumas Dieser Tage starb in New-York Nahurn Meyer Schaikowitz, der als Schriftsteller unter dein Decknamen ״Schamir“ einen ausserordentlichen EmFuss aus die russischen Juden im Heimatlande und im Ghetto von New-York ausübte. Er war Ende 1849 im Gouvernement Minsk in Russland geboren und hat eine ungemein fruchtbare literarische Tätigkeit entfaltet, denn er hat 300 Novellen und 30 Schauspiele verfasst. Man bezeichnete ihn gern als den ״jiddischen Duma s“. Einen bescheidenen Erfolg hatte.Schamir schon von Anfang an; der eigentliche Aufstieg in seiner Laufbahn rührt aber erst vom Jahre 1883 her, als er Gogols ״Revisor“ unter dem Titel ״Der Rewizor“ ins Jüdische umarbeitete. Schamir stiess bei der Verbreitung' seiner Ideen auf manchen Widerstand. Als er seine Tätigkeit begann, waren die ersten Zeichen des Sichsehnens nach Aufklärung unter den russischen Juden bemerkbar. Diese Bewegung unterstützte Schamir; die konservativen Juden befeindeten sie heftig und waren überhaupt gegen alles weltliche Schrifttum. Schamirs Novellen!