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Jüdische Rundschau · 1905-12-15 · 19 (15.12.1905) · p. Seite 150

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
19 (15.12.1905)
Date
1905-12-15
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 No. 19 LITERATURBLATT die Grundlage der Bewegung, der diese Blätter dienen, der geschiehtliehe Sinn des Jüdischen Volkes ist. H. L o e w e. DER JÜDISCHE STUDENT. Vierteljahrsschrift der Veneine Jüdischer Studenten (im Bunde Jüdischer Korporationen). Herausg. vom V. J. St. Berlin. Jg. II, No. im Dezemberheft.. Inhalt: Max Eschelbacher: D.׳e alte und die neue Aera in der jüdischen Theologie. — Dr. Arthur B i r a m: Erwiderung. .— Emil Cohn: Jüdische Komödie. — Martin Friedländer: Näheres und Weiteres von der ״Familie Hirschwald”. — Die Judengasse von Worms (Gedicht) E. C. — Studentisches. — Jahresbericht der Vereine Jüdischer Studenten. — Büchersbhau: — Trauerlieder nach Dr. Theodor Her z 1. Hebräisch-Jargon. Dr-ohobycz 1905. Verlag des Vereins ״Zion” Nadworna in Galizien. (11 Seiten und 4 S. Noten), 12. Preis 30 Heller. Die kleine Sammlung von Liedern kann dem zionistischen Publikum nur aufs wärmste empfohlen werden. Jedoch war es nicht nötig, auf das Titelblatt dieses ״Jüdischen Volksbüchleins”, deren Sammlung auch im Abonnement bezogen werden kann, das Wort ״Jargon” auf die jüdisch-deutsche Sprache anzuwenden Wer darf sich das Recht nehmen, die Mundart eines Kulturstammes von wenigstens 7—8 Millionen Mensehen einen Jargon, d. h. nichts anderes als ״Kauderwälsch” zu schimpfen? Man kann sich gegen das Jüdisch-deutsche als Nationalsprache wenden — wir halten bei aller Wertschätzung des Jüdisch-deutschen das Hebräisehe für unsere nationale Sprache, aber — man muss das Schimpfwort ״Jargon” ausmerzen, das für Gaunersprachen passt aber nicht für die Sprache eines kulturellen Stammes, wie es die polnisch-russische Judenheit darstellt. Sonst wünschen wir, dass die Sammlung kleiner Volksbiieher, die der Verein Zion in Nadworna herausgibt, einen recht grossen Abnehmerkreis findet. H. L. Soeben erscheint das reichillustrierte Heft 29 der MITTEILUNGEN DER DEUTSCHEN ORIENGESELLSGHAFT, dessen Hauptinhalt die Darlegungen der Herren Kohl, W atz in ge r-und Hiller über die Ergebnisse ihrer im Aufträge der Gesellschaft in diesem Frühjahr unternommenen Expedition zur Erforschung der Synagogenruinen G a 1 i 1 ä a s bilden. Da diese kultur- und baugeschichtlich wichtigen Denkmäler Palästinas leider einem schnellen Verfall unaufhaltsam entgegengehen, weil die zerstörende Kraft der Natur durch die noch schneller arbeitende des Menschen unterstützt wird, so hat sich die Gesellschaft mit dieser Unternehmung, die Er ne st Renan bereits vor mehr als 40 Jahren als eine dringende Aufgabe der Forschung bezeichnet hatte, ein neues Verdienst um die Wissenschaft erworben. Wie hohe Zeit es war, dies Werk in Angriff zu nehmen, zeigt der Umstand, dass manche von anderen Reisenden noch vor wenigen Jahren an Ort und Stelle gesehenen Bauteile heute verschwunden sind. Es gelang den Forschern, auf ihrer viermonatigen Reise die Ruinen von 11 Synagogen genau zu untersuchen, ihre Grundrisse aufzunehmen und eine grosse Zahl von hochinteressanten Resten der diesen Monumenten eigentümlichen Ornamentik im Bilde festzuhalten, von der mehrere den Berichten beigefügte Abbildungen Proben geben. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Forschungsreise war die Feststellung der typischen Grundrissform dieser unter römischer Herrschaft und römischem Einfluss entstandenen jüdischen Bauwerke; entgegen den früheren englischen Forschungen, die bei einigen Ruinen drei bis vier Säulenreihen im Innern feststellen zu können meinten. ist bei sämtlichen!untersuchten Synagogen ein breites Mittelschiff mit einem Säulenumgang auf drei Seiten, der eine Empore trug; jetzt mit Sicherheit nachgewiesen worden. — In den Berichten über die Qrabungen in Babylon meldet Dr; Koldewey einen neuen für die Topographie der Stadt und Burg Nebukadnezars überaus wichtigen

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