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Jüdische Rundschau · 1905-10-06 · 15 (6.10.1905) · p. Seite 118

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
15 (6.10.1905)
Date
1905-10-06
Page
Seite 118 (sequence 6)
Language
German
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118 No. 15 LITERATURBLATT inzwischen glücklich überwunden hat. Die Ausführungen Klrszrots sind etwas schwerfällig, aber so viel ist klar, dass er den Territorialismus in jeder Gestalt ablehnt: den vorläufigen sogenannten Nachtasylterritonalismus. weil es ihm an Konsequenz fehlt, und den konsequenten״ radikalen, weil er notwendig zur Philanthropie führt, beide aber, weil ihnen die Denkweise des Golus anhaftet. Mit dem Zionismus verwandte, nationailistische Fragen behandeln u. a. .1. Grünbaum ״Ueber alte und neue Werte‘ (p. 265—277): , Ueber die Theorien Achad-Haams und Berdyczewskis in betreff der Umwertung der im Judentum vorhandenen. Werte“ und Mathias A c h e r, der über , Die Sprachen des jüdischen Volkes“ sich auslässt (p. 200—213). Solcher Sprachen gibt es zwei: die hebräische und die jüdisch-deutsche, und Acher erkennt beiden eine Existenzberechtigung zu, der einen in Palästi. a und der anderen in der Zerstreuung, doch gellten seine Sympathien mehr dieser als jener. Er vergisst nur, wie alle Vorkämpfer des Jüdisch- Deutschen, dass diese Sprache in keiner Epoche unserer Geschichte die des ganze n jiid׳ scheu Volkes gewesen ist und daher auch nicht beanspruche1, kann, sie einmal zu werden. Uebrigens verträgt sich unserer Ansicht nach jüdische Renaissance mit Jüdisch-deutsch nun ganz und gar nicht. Den Fragen der Kolonisation und Emigration sind einige Aufsätze gewidmet. So untersucht J. M. J u d t ״Die Akklimatisationsfähigkeit der Juden (p. 76■—85). Elias spricht über die ״Alliance Israelite universelle ‘ und die ״Ica‘“(p. 148—153) und weist nach, dass beide Institutionen deshalb keine grossen Resultate erzielen konnten, weil sie den Boden der nationalen Bewegung nicht betreten haben, und es sei die Aufgabe des Zionismus, sie heute auf diesen Boden zu verpflanzen. Aber mit weichen Mitteln? Davis T r i e t s c h handelt über ״ Jüdische Emigrationspolitik“ (p. 237—248) und plädiert von neuem für Cypern und die Sinai-Halbinsel. N. S o k 01 0 w endlich bespricht in launiger Weise in einem Artikel unter dem Titel ״Perpetuum mobile“ (p. 301—307) die Emigrationsk mferenz in Frankfurt ä. M.. im Dezember 1904. Von rein literarischen Arbeiten finden wir zunächst eine kurze ״Skizze der Jafgonliteratur“ von J. Eliaschow (p. 41—52) mit besonderer Hervorhebung ihrer Hauptvertreter: S. J. Abrarno w i t z ״, Perez und Schal'om AII e c h e m. Dann Charakteristiken yon Lazaru s, speziell seiner ,.Ethik des Judentums“ (von D. Neu mar k. p. 190—197), von Bernhard La za re (von A. Ludwipod. p. 214—2T&) und von S 0 k o 1 0 w (von N. M. Syrkin p. 249—260). Unter den belletristischen Produkt'onen des ״Safrus“ haben wir nur eine nennenswerte Orig nalskizze von G. L e w i n unter dem Titel: ״Aus den Memoiren eines Arztes“ (p. 231—236) zu verzeichnen, dann aber vier Uebersetzungen, und zwar aus Feierberg (ein Bruchstück seines ״Le'an P• 14—20), Reisen, Perez, Asch, Nomberg' und Berdyczewski. Ebenso haben w/r nur lauter übersetzte Gedichte, und zwar vor ■allem eine se '1־ gelungene׳ Übersetzung von Tschernichowskbs ״Vor der Statue Apollos“ _(p. 53—55), sodann ein Gedicht von Biali k und drei von Morris Rosenfeld., darunter eines seiner besten, nämllich ,.Der Sturm“ p. 219 bis 222). ־־ . . Die äussere: Ausstattung ist geradezu splendid, dagegen ist auf d e Korrektheit des Druckes zu wenig Sorgfalt verwendet worden. (Aus DIE WELT). D r. S a m u e 1 P 0 z n a n s k i. 1

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