Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 14 (29.9.1905)
- Date
- 1905-09-29
- Page
- Seite 111 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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111 No. 14 LITERAT URBLATT Von der christlichen Liebe ״Dass er (der Buddhismus) ke'ne Ketzerverfolgungen anstiftete und kein Bllut vergoss, ist schliesslich kein Ruhm, so,nderu nur die Kehrseite seiner Indifferenz, seiner der gesamten Ethik zugrunde liegenden Gleichgliiltigkeit gegen das Wohl und Wehe des Nächsten״ während die ehrstiichen Glaubenskriege ein Beweis für die Energie und Liebe sind, mit dei die Anhänger Jesu an ihrem Glauben hingen.“ Aus einem Artikel ״Buddhistisches Mitleid undl christliche Liebe von Militäroberpfarrer R. Falke (Berlin, DER TAG, 8, Juni 1905). Literaturbericht Jüdischer Volkskalender für das Jahr 5665 (1905—06). IV. Jahrgang. Preis 50 Pfg. Zu beziehen durch die Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, Berlin N. 54, Auguststrasse 49 a. Bei dem billigen Pre se ein verhältnismässig nettes Büchlein, das sicher in gar mancher deutschen jüdischen Familie noch viel Neues zu erzählen hat, wenn auch dem besonders mit der ostjüdischen Literatur Vertrauteren e:11e ganze Reihe lieber alter Bekannter darin begegnen. Von den politischen Originalaufsätzen von Julius S 1i m 011 und Dr. Adolf Friedemann kann man nicht sagen, dasssie Jiie besten Arbeiten iihrer Autoren seien. Eine ganz gute aber ein weinig zu kurze Skizzierung der ökonomischen Lage der Juden in Russland gibt Dr. D. Pasmanik. Der Herausgeber Otto A b e 1 e s ist ausser dem Geleitwort mit einem flotten stimmungsvollen Gedicht vertreten; überhaupt ist der poetisch-literarische Teil, wenn auch weniger original, doch geschickter zusammengestellt. Di׳e Illustrationen sind gut reproduziert. Alles in allem: das Büchlein ist nicht ganz das, was־ es wohl sein möchte; aber es bringt genügend gutes, um des Gekauft- und Gelesenwerdens wert zu sein. — Für einen zukünftigen ״Jüdischen Volkskalender aber wünschten! wir dringend eine noch grössere Reichhaltigkeit und Man-!11 i g f a 11 i g k e i t. Gewiss kann man für 50 Pfennige keinen JÜDISCHEN ALlMANACH verlangen, aber eben gerade so ein V 0 1 k s kalender sollte alljährlich eine Rückschau auf das jüdische Jahr sein. Nicht, welcher jüdische Bankdirektor gestorben ist und welcher jüdische Grosskaufmann einen Orden erhalten hat, soll darin stehen; aber welche׳ das Leben des jüdischen Volkes bewegenden Ereignisse sich abgespielt haben, wie der Status der verschiedenen Teile unseres Volkes war, welche Voraussichten sich in dieser und jener Linie geben lassen, darüber allein sollten doch eine ganze Reihe von Artikeln!handeln, die auch die׳ allgemeinen Verhältnisse in weitem Masse mit einbeziehen müssten. Davon ist leider in dem vorliegenden Kalender fast nichts zu verspüren, der eben allzusehr, wie es scheint, ein JÜDISCHER ALMANACH en miniature sein möchte, was ganz und gar nicht seine Aufgabe ist. Einen jüdischen Volkskalerder, ein volkstümliches jüdisches Jahrbuch — das erhoffen wir vom nächstjährigen .,Volkskalender”! ib Statistisches Jahrbuch deutscher Juden. Jg. 17. 1905. Im Aufträge des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes hrsg. vom Bureau f ii r Statistik der Juden. Berlin-Halensee (1905). (228, XII S.) Lex. 8. Der neue Jahrgang, der mit einem Vorwort von Dr, Arthur R u p p i 11 sich einführt, bedeutet eine vollständige Umgestaltung dieses bekannten und nicht mit Unrecht beliebten Jahrbuches. Und wir sagen nicht zu viel, dass diese Umgestaltung eine bedeutende Verbesserung darstellt, wenn ihm auch noch in der vorliegenden Form natürlich Mängel anhaften, die freüich weniger die Redaktion des Jahrbuches als die Stellen angehen soVten, die unrichtige Angaben eingeschickt haben. Sonst ist