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Jüdische Rundschau · 1905-09-15 · 13 (15.9.1905) · p. Seite 101

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
13 (15.9.1905)
Date
1905-09-15
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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LITERATURBLATT 101 No. 13 re-iinlich hält, und wartet, weder selbsten arbeitet, noch die ihrigen, dazu antreibet, sich vorsezlicher weise aus Lieb des Müssigganges des I.andtarbeit enthält, tag täglich nurten auffgriffe und rencke ohne Arbeit Qeldt ivon denen armen Christen durch Betrug und Wucher zu erpressen, meditiert und darbey sich weidlich, absonderlich1 in den Schulen und Synagogen, des Gotteslästerns bedient, welches die eintzige Ursache ist, warurnb Anno 1509 ihrer acht und. dreissig öffentlich in Berlin verbrennet. Leutinger״ Part. 3. Hist. Marchic. Lib. I. pag. 35. ubi & aliud horrendum Judaeorum fcelus refert. Literaturbericht Blicke in die Geisteswerkstatt Raschis. Vortrag in der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft zu Frankfurt a. M., gehalten van Prof A. Berliner, Frankfurt a. M.: J. Kaufmann 1905. 24 S. 8 °. Die kleine! Schrift, die nur ein populärer Vortrag sein soll, hat nicht nur ihres Autors wegen eine darüber hlinausgehende Bedeutung. Mit Scharfsinn, Fleiss und grossem׳ Wissen ist ein Leben Raschis zusammengetragen, von dem vielleicht das eine oder־das andere als Hypothese in der Luft hängen mag, dabei aber der Warscheinlichkeit sehr nahe kommt. Raschis geistige Eigenart wird ,mit Geschick aus dem Milieu erklärt, aus dem er hervorgeht. Der Vortrag ist recht interessant .und sehr beachtenswert. N—y. Biographische Charakterbilder aus der jüdischen Geschichten nd Sage von Albert Katz. Berlin: Verlag für moderne Literatur 1905. VI, 215 S. kl. 8°. 2,50 Mark: geb. 3,50 Mark. Aus dem tahnudischen Schrifttum.werden Lebensbilder und im Anhang, der etwa die Hälfte des Buches umfasst, Sagen und Paramythieen gegeben!. Die Darstellung ist nicht schlecht und . die Diktion zwar keine einheitliche, aber eine meist recht frische. Welche ׳indirekten Quellen etwa Katz benutzt hat, haben wir nicht nachgeprüft. Es handelt sich ja um keine Arbeit, die den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Dagegen bedauern wir, dass am Schluss wieder zwei Skizzen angehängt worden sind, die ja sehr schön Sind, bei denen aber die Unterschriften ״Frei aus dem Hebräischen. Hazefirab 1890, und Ifrei aus dem Hazemiau, Jahrg. 1890“ (?).nicht den Mangel ersetzen, dass man! den Autor nicht erfährt. Das ist in Deutschland sonst nicht literarischer Brauch. Im übrigen ist es erfreulich, ■dass auch auf dem Gebiete der populären Darstellung aus der Haggadah neue!Erscheinungen sich zeigen. H. L. Was hat der Verband der Deutschen Juden bisher für das deutsche Judentum geleistet? Eine offene Antwort auf eine offene Frage von R i d e n s. Berlin: Verlag d!er Israelitischen Wochenschrift. 1905.' Das Büchlein ist eine bibliographischinteressante Erscheinung. Sie enthält nämlich ausser dem fragenden Titelblatt, sieben leere Seiten, die die Antwort auf die Frage geben. Wir wollen uns kein Urteil erlauben, ob dieser blutige Hohn gerechtfertigt ist. Denn uns •ist von der Tätigkeit d!e$ Verbandes Deutscher Juden nichts bekannt geworden. Erst in allerjüngster Zeit wurde die Öffentlichkeit, die des Verbandes bereits vergass,■an ihn erinnert. Vielleicht aber hat das Erscheinen der kleinen Broschüre dazu beigetragen, dass nunmehr am 30. Oktober endlich die erste Hauptver- Sammlung des Verbandes Deutscher Juden in Berlin tagen wird. Wenn es nur keine ״Notabkhversammlung“ wird. IE.s müssten alle Parteien, aber auch alle Gesellschaftsklassen, nicht nur die Berline W.-Juden ver-

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