Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 13 (15.9.1905)
- Date
- 1905-09-15
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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K-0 LITERATURBLATT No. 13 liehen Sitten und Gebräuche, unsere Sprache und Religion so unverzagt gegen alle Stürme gewährt, als um durch eine ärm-liahe Emanzipation angalockt in ein Nichts aufzugehen?? . . Volk JehoVas, erhebe dich aus deinem tausendjährigen Schlümme'r! ' Schare dich um Führer'; hast du ernstlich den .Willen, so wird1'dir ein Möses nicht fehlen. Nie verjähren die Rechte der Völker; nehme Besitz vom Lande deiner Väter, erbaue zum dritten Male den Tempel auf Zion, grösser und mächtiger als je zuvor! Vertraue auf den Herrn, der dich Jahrtausende unversehrt durch das Tal des Jammers geführt hat, er wird dreh auch in deinem letzten Kampfe nicht verlassen ......“ (Fortsetzung;folgt.) Lesefrüchte Aus der Zeit der Aufklärung Diese arme Nation, welche umherirrte, nirgendis Vaterland und bleibende Stätte hatte, und selten einen Ruheplatz fand, war das Spiel der politischen Veränderungen, die steh! ereigneten, und litte dabei mehr oder weniger. Die den Judejn angeborene Lust zum Le,ben und der durch nichts abzuschreckende Trieb, sich durch die grössten Hindernisse hindurähzuarbeiten, um Duldung und Nahrung zu erlangen, machte, dass sie sich den härtesten Bedingungen unterwarfen, um nur aufgenommen zu werden. Allenthalben waren sie ein Gegenstand des Spottes, Hasses und der Verachtung, Wenn sie aus einem Staate vertrieben und ihrer Güter und Habe beraubt worden waren, so flüchteten sie in andere Länder, wo sie in so ־ armseligem Zustande ‘ankamen, dass man eher geneigt war, sie zurückzustossen!als aufzunehmen. So unglücklich war ihre Beschaffenheit; wozu noch die Mühseligkeiten kamen,. die daraus entstanidlen, dass sie unter sich selbst in ihren Meinungen und Religionslehren verschieden waren, und sich deshalb unter ׳einander verfolgten. Kriiriifz in seiner ökonomischen Encyklopädie 31, Th. S. 297, sagt ganz recht: Die Geschichte ist nur eine Erzählung der Schandtaten des menschlichen Geschlechts; .nirgends aber ist sie es mehr als in den Annalen dieses gebrandmarkten Volkes;,;und doch bei allen Trübsalen hat sich der armselige aber nicht geringe Haufe erhalten!, und eher vermehrt als vermindert. (Aus: Kong: Annalen der Juden in den preusisschen Staaten, besonders.in der Mark Brandenburg. (Anonym.) Berlin 1790. S. 2. 3. Aus einer Eingabe der Stadt Frankfurt a. d. Oder an den Kurfürsten Friedrich III. (1688.) Ob nun gleich die Jüdische Nation eine von den volkreichsten unter der Sonne, durch■ alle Länder und. Nationen, Christen, Heiden und Muhammedaner zerstreuet, und durch Gottes gerechten Gerichte über anderthalb tausende Jahre dergestalt gedruckt worden, dass sie niemals in ein eigen corpujs Reipubl. coalescieren können: so ist doch nicht leicht zu beschreiben, was vor ein eingebildetes, hochmütbi׳״es und stinkendes faules. Volk es sey. das da vor Faulheit weder ihre Wohnung, noch den Leiib.v welches beyderley ihr unangenehmer Geruch genugsam bezeuget. Barel. Part. 4. Euphom. cap. 9.,