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Jüdische Rundschau · 1905-09-08 · 12 (8.9.1905) · p. Seite 95

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
12 (8.9.1905)
Date
1905-09-08
Page
Seite 95 (sequence 7)
Language
German
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LITERATURBLATT 95 No. 12 Literaturbericht Theodor Herzl, urodzony 2 maja 1860 —- umarl 3 lipca 1904. Napisal Dr. Zwi Syrop. Naklodem Organizacyi syonskiejew Krako-wiie. 22 S. 8 °. Die kleine polnische Schrift zum Andenken an Theodor Herzl würdigt in grossen Zügen und mit Verständnis das Wirken des grossen Volksfürsten, der so jäh von uns geschieden. Die Ausstattung ist bescheiden, aber nlicht unwürdig. Das Strucksche Bild Herzls ist nicht schlecht wiedergegeben. Der Ertrag ist für dien Jüdischen Nationalfond bestimmt. Die Schrift diarf auf guten Erfolg rechnen. N—y. jüdische Sehnsucht. Aspiration Juive. Melodie für Violincell oder Violine mit Klavierbegleitung. Von Ph. Ch. Cosman. Haag: G. H. van Eck (F. J. Weygand & Co.) 1905. Preis 0,90 Fl. 1,50 Mark. 4°. Das vorliegende Notenstück, das, wie es scheint, ein Erstlingswerk ist, weiss eine tiefe Gemütsstimmung hervorzurufen. Die Worte „An den Wassern Babels sassen wir und weintet,en, wenn wir an Zion gedachten“ (Psalm 137, l), haben ja hier nicht zum ersten (Male .'eine musikbegabte Seele zu einem Erguss ihrer tiefen Nachempfindüng fortgerissen, aber wenn auch das vorliegende Musikstück nicht als musikalisch musterg’iltig hingeistellt werden darf, so zeugt es doch von grosser Begabung des Komponisten und einer nicht gewöhnlichen Auffassung und Gestaltungskraft. Freunden zionistischer Musik darf das Notenstück empfohlen werden. M. U. Sicus. Zionismus und Kirchenstaat von H. K. (Samuelo). Berlin: J. Singer & Co.r 1905. 23 S. 8°. Man muss es dem zionistischen Ostafrikaprojekt, das nach Herzl nur die Bedeutung eines. Kampirmanövers hatte, lassen-: es hat Anregungen gegeben zum Denken, besonders in den Kreisen, die nicht zu viel zu denken gewöhnt waren. Und auch das will anerkannt werden. Dass nun diese Kreise gleich richtig denken sollen, wäre natürlich zuviel verlangt. So wurde der Autor der vorliegenden Broschüre zum Nachdenken veranlasst und fühlte sich nach jdem siebenten Zionistenkongress gedrungen, eine Broschüre zu schreiben. Er stellt eine merkwürdige Abart des Territorialismus dar. Wir kannten schon Vertreter jener Gattung, die keine Besiedlung Palästinas wollen, sondern die Erwerbung eines andlern Landes, weil in Palästina der historische Sinn so mächtige Anregung finden würde, dass Gefahr vorhanden wäre, dass das ihnen so verhasste biblische und gar talmuidistische Judentum in irgend welcher Form auf die zukünftige Kulturgestaltung eines freien Judenvolkes einwirken möchte. Das hinderte natürlich den Vertreter dieser Richtung nicht* mit dem Mis,rächt Hand in Hand zu gehen, so weit Anhänger von ihm im ugandistischen Fahrwasser zu schwimmen schienen. Hier erscheint nun einorthodoxer Territoriaiist, der es für eine Sünde erachtet, Palästina aus eigener Kraft zu gewinnen, weil —, ja weil er, wie soviele seiner Gesinnungsgenossen weder Talmud noch- Bibel kennt, oder das wenige verstanden hat. was er aus sekundären Quellen zitiert. Auch die Resolutionen des Siebenten Kongresses sind weder richtig zitiert noch richtig verstanden. In einemdritten Kapitel seinesminimalen Schriftchems, „Ostafrika“, setzt er auseinander, dass Palästina nicht als das historische Vaterland des Judenvolkes zu betrachten sei. Wir geben aus ihr den hervorstechendsten Abschnitt wortwörtlich wieder, weil sich dann woh-l eine weitere, KriÜik -erübrigt: Das Vaterland der Hebräer, Abrahams, ist bekanntlich Arom, Siebzig Seelen zählten sie bei der Einwanderung in Ägypten und sechshunderttausend streitbare Männer, also einige Millionen Seelen, beim Auszuge. Ob der mehials dreihundert Jahre dauernde Aufenthalt in Gosen ein Vaterland dort if-ür

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