Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 11 (1.9.1905)
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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86 LITERATURBLATT No. 11 reiche Antworten des berühmten Gelehrten, der in Bezug auf Körpergrösse etwa Adolf Menzel glich, werden noch heute zitiert. Oppert wurde im Jahre 1825 in Hamburg von jüdischen Eltern geboren, studierte erst Jura in Heidelberg, dann orientalische Sprachen und Sanskrit in Bonn; da es für Israeliten zu jener Zeit in Deutschland nicht möglich war, die akademische Laufbahn einzuschlagen, suchte Oppert ein neues Vaterland in Frankreich. Oppert erhielt anfänglich eine Anstellung als Lehrer der deutschen Sprache in Laval und Reims, machte sich aber bald durch Arbeiten über Keilschrift und über die persische Sprache so bekannt, dass er im Jahre 1851 durch das Institut de France designiert wurde, an der wissenschaftlichen Expedition teilzunehmen, welche die französische Regierung nach Mesopotamien sandte. Bei seiner Rückkehr, drei Jahre später, erhielt er die Naturalisation, wurde in den folgenden Jahren Professor für Sanskrit an der Bibliiotheque nationale und Ritter der Ehrenlegion,. Am 12. Januar 1874 wurde er zum Professor der assyrischen Philosophie und Archäologie am College de France ernannt. Die Aeademie des Inscriptions et helles lettres kvähilte ihn, als im Jahre 1881 der Sitz Mariettes vakant wurde, zum Mitglied. In den letzten Jahren beschäftigte sich Oppert insbesondere mit chaldäischer Chronologie, Meteorologie und Rechtskunde. Oppert hinterlässt einen Sohn, der Arzt ist. und mehrere Töchter, deren eine gleichfalls an einen hiesigen Arzt, Doktor Hirschberg, verheiratet ist. Zum Streite der Orientalisten in Amerika Aus New- York wird geschrieben: Die seinerzeit in einer. Depesche erwähnten Anschuldigungen gegen Prof. Dr. Hermann V. Hilprecht, den Professor der semitischen Sprachen und Archäologie an der Universität von Pennsylvanien, sind vollständig entkräftet worden. Die wichtigste dieser Beschuldigungen waren, dass Prof. Hilprecht einen Teil der Funde, die er als Direktor einer von der Universität entsandten wissenschaftlichen Expedition nach N i p p u r gemacht habe, und ferner, dass er eine Reihe von Keilschrifttafeln als „Tempel-Bibliothek“ bezeichnet habe, ohne Material zu besitzen, das diese Bezeichnung rechtfertigte. Die Bewegung gegen Prof. Hilprecht wurde von einigen amerikanischen Gelehrten eingeleitet, die bei ihren wissenschaftlichen Arbeiten weniger glücklich gewesen sind, als er es war. Der Verwaltungsrat stellte eine umfassende Untersuchung an, die jetzt, wie erwähnt, mit einer vollständigen Rechtfertigung Prof. Hilpreehts geendet hat. Prot. Hilprecht hat den Groll seiner Fachkollegen besonders auch durch seine Angriffe auf Delitzschs Babel und Bibel .erweckt. Der Hetzruf , Hepp-Hepp“ Die häufigste Erklärung, die man für das berüchtigte Hepp-Hepp gefunden hat, ist bekanntlich die, dass es eine Abkürzung des Satzes „H i e r o - solyima est perdita“ sein soll. Schon vor 90 Jahren hat man sich mit der Herkunft dieses Wortes beschäftigt. Anlass dazu gab die erste Aufführung der (judeinfeindliidhen) Posse „Unser Verkehr“ von Karl Borrom. Alex. Sessa (erschienen 1814, auf geführt 1815). Aus Anlass der Aufführung schrieb damals der „Gubi’tzsclhe Gesellschafter“ (No. 161, 1819), diass jener Ruf aus Bayern stamme. Von dem bayerischen Hiesel, dem bekannten Räuber, sei ein Liied im Umlauf gewesen, das unter andierm die Worte enthielt: „Macht’s euch nicht mausig! Hiesel macht’s grausig! Hep, hep!“ Dieses Hep. Hep, sei entstanden aus den Anfangsbuchstaben