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Jüdische Rundschau · 1905-07-21 · 9 (21.7.1905) · p. Seite 71

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
I (1905)
Issue
9 (21.7.1905)
Date
1905-07-21
Page
Seite 71 (sequence 7)
Language
German
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No. 9 LITERATURBLATT 71 rein jüdischen Ursprungs. Dieselben treiben meist Handeil und zählen viele reiche Leute in ihrer Mitte. Sie sind fast alle sephardischen Ursprungs und meist über Bagdad in Indien eingewandert. Der Korrespondent weiss auch Einiges über die Afghanen mitzuteilen, die von vielten für jüdische Abkömmlinge angesehen werden. Sie selber wollen Nachkommen der 10 Stämme sein und nennen sich mit Stolz Jehudim. Bekanntlich behauptet die afghanische Aristokratie^, von einem Enkel des Königs Saul, namens Afghan, abzustammen. Vielleicht haben sich diese Aristokraten nur des jüdischen Ursprungs angemasst, um sich über die Massen erheben zu können. Wohl zeigen die Afghaner den spezifisch jüdischen Typus. Da aber auch die Perser starke semitische Beimengungen haben, so werden sie wohl iranischen, nicht aber jüdischen Ursprungs sein. Es muss jedoch hervorg'ehoben werden, dass englische Offiziere, darunter auch Männer wie Sir G. H. Rose und Sir Alexander Burnes, welche Jahre lang in Afghanistan gelebt haben, an dem jüdischen Ursprung der Afghaner festhalten. Der Korrespondent teilt endlich mit, dass der von den Shanghaier Juden gemachte Versuch zur Rettung der Überreste der chinesischen Juden völlig gescheitert ist Die 3 von Kai-fung-se nach Shanghai gebrachten jüdischen Familien haben sich trotz aller Bemühungen in Shanghai nicht akklimatisieren können und mussten, nachdem auf ihre Erziehung viel Geduld und grosse Summen verschwendet wurden, in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Steinzeit in Palästina In einer der jüngsten Sitzungen der Anthropologischen Ges e 11 s c h a f t sprach der Geologe Dr. Max Blanc k e nb o r n über Feuersteinartefakte aus Palästina. Uber Steingeräte aus diesem Gebiete ist bisher sehr wenig bekannt geworden; im Berliner Museum für Völkerkunde scheinen sie noch gar nicht vertreten zu sein. Wir wissen auch über die älteren Menschheitsschichten Palästinas nur äusserst wenig, obwohl das Land die Brücke bildete zwischen den Ursitzen der Menschen in Aegypten und Mesopotamien und westwärts Beziehungen zu Cypern hatte. Das hat seinen Grund darin, dass die Bewohner in ältester Zeit weder durch kriegerische, noch durch Kulturtaten hervortraten und erst um 1250 v. Chr. mit der Einwanderung der Philister und Israeliten die geschichtliche Zeit toe ginnt, die uns verhältnismässig gut bekannt ist. Jetzt erst, nachdem systematische Ausgrabungen in Angriff genommen worden sind, fällt auch einiges Licht in das Dunkel jener alten Zeiten. Von Nordsyrien wissen wir noch nichts; es ist aber zu hoffen, dass sich die Forschung jetzt nach dem Bau von Eisenbahnen usw. diesem Gebiet zuwenden wird. Aus dem mittleren Teil, dem Libanongebiet, besitzen wir bemerkenswerte Feststellungen nur für den Küstenteil. In Palästina aber sind bereits Vorgeschichtliche Funde aus zahlreichen Gegenden bekannt. Man kann die Fundstätten in mehrere Hauptgruppen einteilen: Hochplateaus mit natürlichem Kieselvorkommen, die Küstenebene, Täler, Höhlen oder Grotten, Untergrund der Teils, Gräber gruppen. Zu der ersten Gruppe gehören die Funde im Westjordanlande, auf der Wasserscheide zwischen dem Mittelmeer und dem Toten Meer in der Umgebung Jerusalems, wo sich ein ständiger Sitz der alten Bevölkerung, ein Zentrum der Kultur befand. Dort, im Osten von Bethlehem, hat schon vor vielen Jahren ein Abbe prähistorische Sachen zusammengebracht, von dienen manche in das Louvre kamen; aber sie sind nicht genügend untersucht und werden bald als paläo-, bald als neolithisch bezeichnet. Nördlich von dieser Fundstätte bei Sür-al-Baher hat der Geistliche Germer-Durand interessante Sachen gesammelt, die im französischen Hospital in Jerusalem zum Studium ausgestellt sind, als die einzige bemerkenswerte Sammlung von ganz Palästina. Auf den Spuren dieses Sammlers ging der Vortragende in die Ebene von Rephaim südlich

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