Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 7 (7.6.1905)
- Date
- 1905-06-07
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 55 LITERATURBLATT der Mitteilung“ bis zum Antritte der Reise des anderen vollauf erreicht sein. Wozu sollte dann R. Petachjah gereist sein? Ferner, dass in einer solch ernsten Zeit, wie es die damalige war, pure ״Wissbegierde“־ einem der Wanderstab durch die Welt, unbekümmert um das Los der daheim Zurückgebliebenen, in die Hand; gedrückt hätte, ist doch zumindest unwahrscheinlich. Übrigens berichtet R. Benjamin: ״. . . . müssten wir nicht befürchten״ dass das Ende noch nicht gekommen sei; so würden wir uns sammeln.“ (II, S. 95.) ' So sprachen zu R. Benjamin ׳die Rheinländer. Offenbar ist hier von einem zu gewissem Zwecke Sich-Sammln die Rede. Zu welchem, ist nicht schwer zu erraten. Tatsächlich fand, um etwa 100 Jahre später, eine zum Teil vereitelte Massenauswanderung rheinländischer Juden dennoch statt, deren Ziel der Orient war. (Vergl. Graetz, Bd. VII, S. 202.) An eine Massenauswanderung aber ins Blaue hinein würde kein Mensch gedacht haben! — Zu Seite 13 (oben Note 8) ist nachzutragen: Abarbanel, Ende II. Kön. überliefert: In den Chroniken der ältesten spaniscnen Könige fand ich, dass der zu Rom regierende Kaiser 1000 von den durch Titus deportierten Familien nach Spanien in die z,u seinem Szepter gehörenden Städte verpflanzt hatte. Auf derselben Seite, Note 7 Zeile 3 ist zu lesen: ושביתא דאורשלם Daselbst Note 7 Zeile 6 ist zu lesen: דבאספמיא Daselbst Zeile 4 von unten muss es heissen: שלשלת Seite 28 Zeile 16 von unten anstatt Rottbek ist zu lesen: Rambam: ebenso daselbst Zeile 13; Für תנאים ןאמוראיס ist zu lesen:,תנאים ואמוראיר D r. G rü n h u t. Literaturbericht Aufgaben jüdischer Gemeindepolitik. Von Dr. Max Koilenscher, Rechtsanwalt in Posen. Posen: Philipp’sche: Buchhandlung, 1905. (12 S.) 8. (F.) 0,30 Mark. Der junge Autor ist kein Unbekannter mehr. Auch die vorliegende Schrift beansprucht Beachtung. Wir können nicht allen seinen Thesen bedingungslos zustimmen, müssen aber anerkennen, dass sein Streben ein sehr gerechtfertigtes ׳ist, die jüdische Gemeindepolitik auf eine höhere Warte zu erheben. Seiner Lehre Schluss ist ״Rückkehr ins Judentum“. L. 45. J. L. Perez: Ausgewählte Erzählungen und Skizzen. Aus dem Jüdischen übersetzt von Mathias Acher (Nathan Bimbäum). 2. Auflage, Berlin: Jüdischer Verlag 1905. (282 S.) gr. 8. Unter den jüdisch-deutschen Prosaikern ragt Perez um Haupteslänge hervor über alles Volk. Vielleicht hat er nicht immer die feinen Intimitäten der jüdisch-deutschen Sprache eines Abramowitsch noch die Phantasie, die Frag selbst .in seinen schwächsten jüdisch-deutschen Prosen noch immer zeigt, aber er ist in seinen Erzählungen ein so vornehmer Künstler, dass alllein seine Geistesprodukte den Schimpfnamen Jarao״ für dm jüdischdeutsche Volkssprache des Ostens hinfällig und geradezu lächerlich machen. Die Erzählungen, die aus dem Leben unserer Brüder im Osten gegriffen sind, kennzeichnen!sich durch eine Lebensfrische, durch eine Tiefe des Gemüts und zugleich durch eine so schöne, oft witzige Diktion, dass man nicht achtlos an dresem Dichter vorübergehen kann, umsoweniger, wo er in der vorzüglichem; Übersetzung eines• Mathias Acher vorliegt. Die vornehme Ausstattung', die alle Erscheinungen des Jüdischen Verlages kennzeichnet, bedarf eigentlich gar keiner ausdrücklichen Erwähnung mehr. 46.