Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 5 (9.6.1905)
- Date
- 1905-06-09
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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36 LITERATURBLATT No. 5 wannen. Zuerst Mitarbeiter an dem von Heinrich R o s e n b a u m herausgegebenen ausgezeichneten zionistischen Blatte RESARITUL gab er nach dessen Eingehen den MEWASSERETE1 - ZION heraus, der sich diurch drei Jahre gehalten. Durch seine Propaganda ist Carp sehr populär geworden und in der Tat verdient er die Verehrung, die ihm von vielen zuteil wird! Hat er doch seine allerbesten Kräfte in den Dienst unserer Sache gestellt, ohne sein eigenes Wohl irgendwie im Aulge zu haben. Aber wie viele Juden, die für ihr Volk wirken, so hat auch Carp so manche Enttäuschung erleben müssen. Es ist merkwürdig, dass dieser Mann, der für den Zionismus wirklich Hervorragendes geleistet, bei den kompetenten Kreisen wenig Unterstützung gefunden hat, was gewiss ein sehr trauriges Zeichen ist. Im Verein mit Lazar Rokeach hat Carp das jüdisch-deutsche Blatt DER JÜDISCHE GEIST redigiert, er hat an der jüdischen Ausgabe der WELT mitgearbeitet, Max N o r di a u s „Zionismus“ und Theodor Herzls „Altneuland”' ins Rumänische übertragen. Sein Hauptverdienst liegt aber hauptsächlich darin, dass er in richtiger Erkenntnis des Wertes der Kenntnis jüdischer Geschichte für uns es unternommen hat, die Geschichte von G r a e t z ins Rumänische zu übersetzen in der Hoffnung auch bei den anderen Verständnis und die nötige Unterstützung zu finden. Leider hat sich diese Hoffnung nicht verwirklicht und mehr als zwei Bände kannten nicht herausgegeben werden*), obgleich es in Rumänien an einem solchen Buche mangelt, die Uebersetzung entschieden als gelungen zu bezeichnen ist und der angesetzte Preis der Uebersetzung ein minimaler war. Zuletzt hat Carp einen Original-Cyclus „Sbucium” (Qualen) als Broschüre herausgegeben. Dieses Büchlein hat auffallender Weise hier im Lande ebensowenig Verständnis gefunden, wie überhaupt das ganze Wirken von Horia Carp nicht recht gewürdigt worden ist. Abgesehen von der tadellosen Form, der wunderbar anziehenden Sprache, in der diese GheUobilder abgefasst sind, sind sie für uns von eminentem Werte, weil sie uns einen richtigen Blick in die tatsächlichen Zustände der rumänischen Judenschaft gewähren. Carp zeigt sich uns hier nicht blos als ein Meister der rumänischen Sprache, sondern vornehmlich als hervorragender Kenner der jüdischen Seele. Dieses Werkchen verdient eine grössere Aufmerksamkeit, als ihm leider zu teil geworden ist und daher werden wir es unternehmen, den Lesern dieser Zeitschriftt einiges hiervon in Übersetzung vorzuführen, die dem Original freilich nicht ebenbürtig sein kann. Schliesslich wollen wir noch bemerken, dass eine Auswahl dieser Bilder auch in hebräischer Übersetzung als Feuilletons im HAMELIZ erschienen sind. Jancu Griinberg. *) Verlag Rallian & Ign. Samitca, Craiova.