Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- 1 (14.4.1905)
- Date
- 1905-04-14
- Page
- [Seite 16] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 LITERATURBLATT _ 3 Verwaltung angegliedert werden müsste und alle anderen׳ Einzelheiten sollen an anderer Stdle des weiteren erörtert werden. Wenn dann die Bibliothek ein unveräusserliches Eigentum der Nation geworden ist, so muss man daran gehen, dies Eigentumsrecht dadurch auch ideell zu erwerben, dass der Kongress nicht mehr kleine Spenden als Beiträge bewilligt oder den Ortsgruppen den billigen Rat gibt, private Spenden der Bibliothek zuzuwenden, sondern dass er geeignete Summen auswirit. um eine sach- und faehgemässe Verwaltung einzuriohten. Ferner sol er Mittel zu Neuanschaffungen bereit stellen und eine Verfügung über Pflichtexemplare erfassen, die für jeden Schekelzahler bindend sein muss. Der Hauptnachdruck ist!freilich auf die Verwaltung zu legen und wir werden noch Gelegenheit finden, auch die Einzelheiten zu entwickeln, die für die innere Ordnung einer solchen Institution dringend notwendig sind. Doch auch das ein anderes Mal! Um die Bibliothek in Jerusalem in das zu verwandeln, was sie sein soilH, bedarf! es ihrer Legalisierung als Eigentum des jüdischen Volkes, wiie es durch den Basler Kongress vertreten wird, dann aber — freilich erst dann — der Summen,, die notwendig sind, um eine geregelte Verwaltung zu schaffen, die durah die notwendigen bibli01hekökanomisehen Kenntnisse und Fähigkeiten die Gewähr dafür gibt, dass die Biiehersammlung wirklich zu einer Nationalbibliothek sich auswachsen kann. Heinrich Loewe, Geschichte der Juden in Sizilien - Italienisch von A v v. A I f r e d o P a 1 m e r i,, (Palermo), übersetzt von Dr. J. Ullmann (Palermo). In der Geschichte finden wir keine Spur, um mit einer gewissen Genauigkeit den Ursprung der Juden in Sizilien feststellen zu können. Im Gegenteil, die Chroniken beschäftigen sich nie mit den Juden, obschon sie die Ereignisse von den Anfängen des Christentums!bis izum Sturz, der Sarazenischen Herrschaft aufs ausführlichste, erzählen. Nur bei dem Berieht über den Tod des Normannen Ruggiero I. im Jahre 1135 wird gesagt, dass diesem Könige das Grabgeleite gegeben wurde nicht nur unter den Tränen und Segnungen der Normannen, sondern auch denen der Sizilianer, Sarazenen, Griechen!;; Lombarden und Juden der ganzen Insel. Man muss also vermuten, dass bei dem grossen Aufschwung,, den Sizilien unter der Normannenherrschaft nahm, und aus dem Grunde, dass die Hauptstadt Palermo die Bedeutung einer grossen internationalen Metropole und eines Zentrums für den europäischen und asiatischen Handel erlangte, Einwanderangen von Juden stattgefunden haben, die sich danach sehnten, neue Horizonte in ihrem unternehmenden Geiste für den Handel zu eröffnen. Die Juden bewahrten in jener Epoche noch ihre Sprache und ihre Unabhängigkeit, da unter der Herrschaft des Normannenkönigs Ruggiero II. in der Metropole Palermo verschiedene Volksstämme in Frieden zusammen lebten, von denen ein jeder seine eigenen Gesetze und Obrigkeiten