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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 179 (sequence 217)
Language
German
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IRI
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ßen Idee stehen, die es bewirkt, daß wir noch immer am Webstuhl der Geschichte weben und einer großen Zukunft entgegengehen. In unserem Schewuothfest manifestiert sich die ganze Tragik unseres Galuthlebens. Einst, im Lande unserer Väter, war Schewuoth das Fest der jüdischen Bauern, die Feier, die die Verbundenheit des jüdischen Menschen mit der jüdischen Erde versinnbildlichte. Damals, als wir Bauern unserer eigenen Scholle waren, als wir siebenmal sieben Tage hindurch täglich das Blühen unserer Felder beobachteten, die ersten Zeichen der Reife erwarteten, um dann die erste Frucht unseres eigenen Bodens zum Nationalheiligtum nach Jerusalem zu tragen, da kannten wir nur ein „Chag Habikkurim", das „Fest der Reife". In naher Verbindung mit der Erde, der Schöpfung Gottes, hatte der jüdische Bauer eines besonderen Wahrzeichens der „göttlichen Offenbarung" nicht nötig. Ihm offenbarte sich die Göttlichkeit gefühlsmässig täglich und stündlich beim Erlebnis der göttlichen Schöpferkraft in der Natur. Als aber das jüdische Volk seinem Heimland entwurzelt, die Verbundenheit des jüdischen Menschen mit seinem Boden zerrissen wurde, da hatte auch das „Chag Bikkurim", das national-palästinensiche Erntefest, Sinn und Inhalt verloren. Da war es der eigensinnige Tanai Rabbi Jochanan ben Sakkai, der das Judentum rettete, indem er den jüdischen Nationalismus als scheintot einsargte und dem jüdischen Volk an Stelle des irdischen ein „geistiges Vaterland" unterschob, ein Vaterland, das der ewig landesflüchtige Jude bequem in sein Wanderrucksack unterbringen konnte. Aus dem Volk des gemeinsamen Bodens wurde ein „Volk des Buches", „Chag Bikkurim" wurde zum „Chag sman mattan Thoratenu", zum Fest unserer Gesetzgebung. Unsere nationale Erdgebundenheit sollte durch den geistigen Mittelpunkt unserer Thora ersetzt werden. Doch die Umwandlung in ein rein geistiges Judentum wurde niemlals ganz vollzogen. Während unserer zweitausendjährigen Wanderfahrt konnte das mächtige Sehnen nach dem verlassenen Boden nie unterdrückt werden. Wo immer auch der Jude seine Zelte errichtete, hatte er nie auf die Quelle seines seins verzichtet. Konnte er auch nicht in Erez Israel 12* 179

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