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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 161 (sequence 195)
Language
German
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auch weltlicher Herr seines Bistums war. Kinder aller Konfessionen durften es besuchen, auch jüdische Knaben wurden aufgennommen, und Direktor war der Kanonikus, der den Bischof damals auf seinem Gange begleitet hatte. In jener Zeit befand sich unter den Schülern des Gymnasiums auch ein Knabe von ausgezeichneten Befähigungen und großem Fleiß, das Kind einfacher Juden. Nur mit Mühe konnten die Eltern das Schulgeld aufbringen, aber als gerade in diesen Tagen der Vater starb, war es kein Zweifel, daß der Knabe die Schule nicht weiter werde besuchen können. In einer Sitzung des Kuratoriums kam die Angelegenheit zur Sprache. Denn das Gymnasium besaß einige vom Bischof verliehene Stipendien, von denen eben eines frei geworden war. Der Kanonikus beantragte den jüdischen Knaben für die Verleihung des Stipendiums in Vorschlag zu bringen, aber die anderen Herren machten bedenkliche Gesichter, denn noch nie hatte der Bischof seine Stiftung einem Juden verliehen. Als jedoch auch der Bürgermeister, der ebenfalls dem Kuratorium angehörte, für den Antrag eintrat, erhielten die beiden Herren den Auftrag, ein entsprechendes Gesuch an den Bischof aufzusetzen. Und dieses Gesuch begann, scheinbar ganz unmotivierter Weise, mit dem Psalmenvers : „Vom Anfang der Sonne bis zu ihrem Niedergange heißt es, den Namen des1 Herrn zu preisen... auch wenn wir moralischen Wandel und gottergebene Talente fördern und ermutigen ..." Die Antwort des Bischofs ging auf die Anspielung ein: „Vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang haben alle Menschen die Gaben des Herrn gleich nötig. Deshalb verleihen wir..." Der jüdische Knabe erhielt das Stipendium. Er wurde einer der berühmtesten Ärzte und Wohltäter, in allen Kreisen der Bevölkerung gleich geachtet und geliebt. Sonderlich bei dem späteren KardinaKürstbischof von Palugyay stand er in hohem Ansehen. $ HERZL=W ORTE Niemand ist stark oder reich genug, um ein Volk von einem Wohnort nach einem anderen zu versetzen. Das vermag nur eine Idee. Die Staatsidee hat wohl eine solche Gewalt. & •; Palästina ist das einzige Land, wo unser Volk zu Ruhe kommen kann. Aber sofortige Hilfe tut Hunderttausenden not. h 161

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