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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 134

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 134 (sequence 164)
Language
German
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IRI
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Im Hotel Kamenitz fand eine offizielle Begrüßungsfeier statt, an welcher die Rabbiner, der Chacham Bashi, die Paschas und Kaimakams von Jaffa und Jerusalem, der deutsche und der österr.-ungarische Konsul und eine Abordnung der jüdischen Siedler unter Führung des hühnenhaften Abraham Shapira teilnahmen. Unsere Gesellschaft belegte in Jaffa und Jerusalem mehrere Hotels: Sallant, Belle Vue, Grand New Hotel Kamenitz. Jedes Hotel hatte seine besonderen Gruppenleiter, Dragomans und ein gesondertes Programm, je nach religiöser Einstellung und Interessenkreis. Die Fahrten durch die Kolonien—Tel Aviv war damals noch der schüchterne Versuch einiger „Träumer", eine unscheinbare Gruppe kleiner Häuschen — glichen einem Fest- und Freudenzug mit Musik, Reiterbanderien, Fantasien, Festmälern und — Purim in Jerusalem. Es war für das hauptsächlich auf Touristen-Industrie, auf Beten und Betteln eingestellte Vorkriegs-Jerusalem gewiß ein Ereignis erster Ordnung und endlos war die Reihe von Abordnungen von „heiligen" und humanen Anstalten und Vereinen, welche Einladungen zum Besuche ihrer Anstalten: Waisenhäuser, Altersheime, Jeschiwath usw. brachten. Manche dieser Anstalten waren echt, manche nach Potemkin-System nur für die Touristen-Saison eingerichtet. Von jüdischen produktiven Anstalten waren in Jerusalem damals bloß die Lehrwerkstätten der Alliance und der Leml-Schule eine Werkstätte für Perlmutter-Arbeiten, welche bis dahin Monopol der christlichen Araber in Betlehem waren und eine Oliven-Holz Manufaktur, die zumeist für die Almosen-Industrie der verschiedenen Anstalten Mesusoth, Gebetbuchdeckel, Gewürznelken-Büchsen, Leuchter, Sederschüsseln usw. verfertigte. Ein Kuratorium, unter Leitung des Präses der Pester Chewra Kadischa, Bosan, verwaltete den während der Seereise gesammelten Fond, aus welchem Spitäler, Jeschiwos und andere Anstalten in Palästina Zuwendungen erhielten, es wurden aber außerdem namhafte Stiftungen von Privatpersonen gemacht. Für jüdische Aufbauzwecke in Erez gab es damals leider wenig Empfinden und Gelegenheit für Spenden. Propagandistisch war dieser jüdische Gesellschaftsbesuch in Palästina von unschätzbarem Wert. Alle Teilnehmer trugen Funken des jüdischen Erez-Gedanken in ihre Heimat, in alle Welt hinaus und entfachten an diesen Funken eine neue jüdische Begeisterung, die sich in der zionistischen Aufbauarbeit später bewährte. Wie das schon bei uns Juden, nebbich, ist hatte der große Erfolg der ersten jüdischen Gesellschaftsreise bald darauf die Ambition einiger findiger Privatunternehmer und Vereine geweckt, ähnliche jüdische Reisen zu veranstalten. Die später verkrachte „Maawirim" in Wien und zwei Unternehmer in 134:

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