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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 133 (sequence 163)
Language
German
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IRI
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als diskret-galanter Manager der Bordspiele und Tanzunterhaltungen und bekämpfte nach erprobter suggestiver Methode mit Wassertropfen auf Zucker die Seekrankheit der Damen... Jede Mahlzeit glich einem Festessen mit Toasten, gelehrtem Thora-Pilpul und großem Boruch Elokenu. Und erst die Sabbathe mit den 40 Sabbatkerzen auf der altarähnlichen Anrichte, den Semiroth aus aller Herren Länder, den Gottesdiensten am Hauptverdeck unter freiem Himmel, wo große Summen für Palästina-Zwecke „geschnodert" wurden, mit den polnischen gefüllten Fischen, riesigen Suda-Barches und dem Budapester Scholet... Die Palästina-Expositur der Reiseleitung unter Kamenitz und Benzinger (letzterer war Protestant) hatte volle Arbeit und Propaganda geleistet. In Alexandrien begrüßten am Molo tausende Juden, Askanasin, Sefardim, Jemeniten, Falaschas mit Jubel das einlaufende „jüdische Schiff", jüdische Gemeinden und Vereine überboten sich hier und in Cairo in Aufmerksamkeiten. Wir durften auch an einer prunkvollen arabischjüdischen Hochzeit und an dem Pidjan eines reichen Bagdader Juden nicht fehlen. Alles stand in jüdischem Geiste, hatte seine jüdische Note, auch der Ausflug, zu den von unsern Vorvätern in Mizrajim erbauten Pyramiden von Gizzeh, deren Anblick bloß der Kaufmann Salzer aus Komorn nicht aus dem seelischen Gleichgewicht brachten, denn er rief, sich den Schweiß wischend aus: „Hat sich ausgezahlt. Was sieht man schon da an den Spitzbauten. Sie sind nicht einmal getüncht!" # Die Ankunft der ersten jüdischen Reisegesellschaft in Erez. Seither haben sich diese Szenen gewiß schon oft wiederholt, diese Ausbrüche des Jubels, der wehmutsvollen Weihe der fanatischen Hitlahavot. Aber damals, 1905, war das neu, erstmalig und eben deshalb bleibt es ewig neu und unvergeßlich. Moische F., unser „Illegaler", hatte unser Schiff in Alexandrien verlassen. Er ward mit Geld und einem Zettel des türkischen Kommissärs in Alexandrien versehen, fand kein Interesse an Egypten und eilte gleich nach den Ziel seiner Sehnsucht voraus, wo er in Jaffa und Jerusalem die Juden allarmierte. Böllerschüsse, Fahnen aller Nationen, hauptsächlich aber ungarische Fahnen, Musik, Geschrei begrüßten unseren Dampfer. Die meisten unserer Passagiere waren auf der Fahrt von Port Said schon um Mitternacht auf Deck, um den ersten Anblick Jaffas nicht zu versäumen. Jeder begrüßte diesen ersten Anblick im Morgenrot in seiner Art. Die einen, darunter viele Damen, brachen in Tränen der Freude, der Wehmut aus. Andere sangen, die Sephardin tanzten und laut erscholl über Deck ein begeistert-weihvoller „Schehechionu!" 133

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