Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 162)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Krausz (Debreczin), Dr. Jul. Diamant (Vukovar), Dr. Alex. Jordan (Szsatmar), Dr. Lazar Schweiger (damals Erlau, jetzt Nitra), Dr. Reich (Baden), Sal. Schück (Karezag), Abr. Schück (Timisoara) und viele Industrielle, Wissenschaftler aus Ungarn selbst, manche mit ihren Frauen. Wer kann sich nach 35 Jahren an alle erinnern? ... Drei der Mitreisenden blieben mir besonders im Gedächniß: der katholische Postmeister Kopeczky aus Abony und der evangelische Theologe B. aus' Czegled, welch' letzterer auch den Gottesdiensten im großen Saale häufig beiwohnte, dabei die Psalmen Davids in ungarischer Sprache las und die sich beide an allen Sammlungen zu jüdischen Wohltätigkeitszwecken beteiligten. Da war aber auch Moische F., den ich bei meinem Nacht-Rundgang mit dem Quartiermeister des Dampfers hinter dem Dampfsteuerhäuschen am Backbord entdeckte. Er kam irgendwo aus Stropkov, bemühte sich in Budapest vergebens als Gratispassagier mitgenommen zu werden, wollte aber unbedingt nach Jerusalem. Und sein starkes Wollen setzte sich durch. Moische schmuggelte sich mit dem Strom der Reiseteilnehmer an Bord, ohne Fahrschein, ohne Paß, ohne Geld... Er war vielleicht der erste „Illegale", der nach Erez strebte. Er hatte die Reiseleitung vor eine vollzogene Tatsache gestellt und mit dem jüdischen Rachmones gut gerechnet. Schon beim nächsten Schachrith-Minjan war der Fall Moisches1 erledigt. Er wurde mitgenommen, verköstigt, war bald im Besitze eines hübschen Barbetrages, mußte bloß den Landausflügen nach Korfu, Cairo, Athen usw. entsagen. Im Jahre 1920 fand ich unseren Moische F. wieder in Petah Tikwah als bechoveten Kleinlandwirten mit Frau und Kindern, unberufen... Daß unser evangelische Theologe B. wieder in Erez auftauchte, als Ger Zedek später die Tochter eines Kolonisten in Mozzah heiratete und Beamter der Anglo-Palästina Bank wurde, dürfte wohl nur lose mit der ersten jüdischen Gesellschaftsreise in causalem Zusammenhang stehen. * Es war eine Reihe von schönen jüdischen Tagen an Bord der „Thalia", auf der Hin- und Rückfahrt. Das letztere war der größere Verdienst der Reiseleitung und das glänzendste Zeugnis für das gute Gelingen. Ich war, nebst meinen reisetechnischen Agenden, auch mit der Redaktion und Administration der täglich zweimal erscheinenden Bordzeitung betraut, die in der Schiffsdruckerei hergestellt wurde. Im großen Saale wechselten interessante historische und homiletische Vorträge Dr. Lazar Schweigers, Prof. Simonsens, Bernhard Schucks, Dr. Kaufmanns und Prof. Feuchtwangers mit den Fünf Uhr- Tees der Damen ab. Der Schiffarzt Dr. Pollak betätigte sich 132