Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 161)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie es gemacht wurde? Zunächst wurden beim Österreichischen Lloyd in Triest durch Alternativabschluß die große „Amphitrite" oder die Yacht „Thalia" sichergestellt, dann erst gingen die blau-weißen, mit dem Dawid-Stern geschmückten Plakate in die Welt hinaus und jedem sich meldenden Teilnehmer wurde gleich sein Platz im aufliegenden Schiffsplan eingezeichnet. Alle Interessenten wurden auf spezielle Wünsche, individuelle Umstände befragt, auf alle Anfragen verläßliche und wahrheitsgetreue Auskünfte erteilt. Jeder der aus Ungarn, Deutschland, Polen, Skandinavien usw. seinen Anmeldungsbeitrag überwies, wußte, daß das Reisekomitee seine Verpflichtungen und Versprechungen im Rahmen der für Seereisen geltenden Bestimmungen einhalten wird. In die reisetechnischen Arbeiten ließ man Laien und Luftmenschen nichts dreinreden. * Am 1. März 1905 übernahm ich beim Generalinspektor des Passagierdienstes der Lloyd in Triest die „Thalia", eine gewesene Rothschild'sehen Privatyacht, die den besonderen Erfordernissen der jüdischen Gesellschaftsreise gemäß adaptiert wurde. Hier nahm ich in verplombten Kisten fabrikneue Kochgeschirr, Eßbestecke, Speiseservice an Bord. Küche und Kühlanlagen wurden gekaschert und in Fiume unter Aufsicht des Budapester Gastwirtes Neiger und des Altofner Schochet und Maschgiach Parzer die Lebensmittel, Geflügel und lebendes Jungvieh verladen. Der Sonderzug mit den Reiseteilnehmern fuhr bis zum Molo zur „Thalia", welche große Plaggengala, mit der blau-weißen zionistischen Flagge am Topp, trug. In kaum drei Stunden waren alle 300 Teilnehmer in ihren Kajüten und Schlafräumen plaziert, das sehr reichliche Großgepäck vom mitreisenden Manipulanten der Staatsbahnen Benö bäcsi versorgt und als die „Thalia" unter den Klängen der Hatikwah den Hafen verließ, war bereits1 zum Nachtessen gedeckt. Da waren Juden m'arba kanfoth haaretz beisammen: Rabbiner Prof. Dr. Simonsen aus Kopenhagen, Oberkantor Simon (Kopenhagen), Bankier Goldschmidt (Hamburg), Fabrikant Bloch (Breslau), Prof. Dr. Goldschmidt (Königshütte), Direktor Verschleisser (Hamburg), Gutsbesitzer Ignatz Lang (Ruttka), Bankier Gabriel u. Benjamin Feuchtwanger (Fürth) , Prof. Dr. Schwarzschiidt (Frankfurt a/M.), Direktor Ritter (Hamburg), Direktor Theodor (Königsberg), Fabrikant Wolf (Dervent), Ing. Weil (Stuttgart), Direktor Emil Forchheimer (Würzburg). Die Oberrabbiner Dr. Herrn. Kaufmann (Virovitice), Dr. Ad. Kelemen (Fogaras), Dr. Elias Adler (Alt-Ofen, später Budapest), Ascher L. Fihci (Sarajevo), Dr. S. Handler (Hevesi), damals in Lugos, Dr. Armin Flesch (Mohacs), Mose Kabiljo (Mostar), Chajim Zadik Halevy (Sarajevo), Wilhelm 9* 131