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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 122

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 122 (sequence 148)
Language
German
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IRI
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In Polen z. B. diente der Turm der Steinsynagoge in Luck als Kerker. In Lemberg in der Vorstadtsynagoge ist heute noch der Pranger zu sehen. Denn in rituellen Fragen war die Gerichtsbarkeit autonom. In Ofen (Ungarn) befindet sich im Vorraum des Tempels ein Kerker, im Hofe steht noch heute der Schandpfahl. Auch in Lovasbereny ist heute noch der Judenkerker zu sehen. Sonderbarerweise konnte dort nicht nur der Jude, sondern auch der Christ eingekerkert werden, wenn das jüdische Gericht im Streit mit einem Juden den Christen als schuldig befunden hatte. Dieses Recht hat den Juden der Staatsrichter Graf Cziräky im Jahre 1772 zugesprochen und galt bis zum Jahre 1852. Die einschiffige Anlage in der Zeit des Barock und des Rokoko finden wir besonders in den Dorfsynagogen. Sie sind saalartige Synagogen und sie haben reich stiikkierte, mit Muscheln und Rosetten gezierte Klostergewölbe mit Pilasterarchitektur und aussen oft mit Mansarddach (Dürrmaul). Solche Synagogen sind in Königswart aus dem Jahre 1608, Kuttenplan, Neuzedlich, Schlittüber, Petschau, Kolin, die sehr wirkungsvolle Synagoge in Mähr. Aussee, diese ist besonders schön ausgemalt. Der heilige Schrein in diesen Barocksynagogen sind auch Barockarbeiten mit gedrehten Säulen ähnlich den Kirchenaltären jener Zeit, so in Dürrmaul, Kuttenplan, Königswart. Den Aron in Königswart bekamen die Juden von den Jesuiten, weil sie ihren vor den Hussiten fiehenden Konfratres beihilflich waren. Unter der Krone am Aron war früher das Bild der hlg. Maria aufgesetzt, heute ist es die Tafel der Zehn Gebote. S Eine herrliche Synagoge befindet sich in Mantua (Italien) vom Jahre 1751, das Mobilar und die plastischen Verzierungen an den Wänden und Decken schwelgen im prächtigen Rokokostil. # HOLZSYNAGOGEN Die vielen Holzsynagogen in Polen, Litauen, Wolhynien, Podolien und Sowjetrussland, aber auch in Deutschland vom 17. Jht. haben einen steilen abgesetzten Sattel oder Walmdach mit kuppelartigem Scheingewölbe. Im Innern sind bis zum Dach hinaufragende, drei Geschoss hohe, mit herrlich in Holz geschnitzten jüdischen Symbolen, Laubwerk und Tierornamentik verzierte Arons. In vielen diesen Holzsynagogen finden wir sehr schöne Wandgemälde. So in Chodorow, Kurnik, Pohrebyszcze, Mohylew, Schawkijany, Wolpa, Zabudlowo. In Deutschland in Bechofen, in Horb (jetzt im Bamberger Museum) in Kirchheim (jetzt Im Würzbur- 122

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