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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 123 (sequence 149)
Language
German
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IRI
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ger Museum), Unterlimpurg (jetzt im Schwäbisch Hall Museum), in Allersheim, in Ellrisch. (Abb. 15—16.) Diese Holzsynagogen in Polen und in Deutschland sind über die ganze Wand- und Deckenfläche vermengt mit Bibel- und Talmudzitaten in leuchenden Farben mit lebhafter Phantasie ausgemalt. Wir finden hier Tiere, den Adler, den Hirsch friedlich mit dem Löwen, den mit dem Einhorn, einen Hahnenkampf (in Horb) Elefanten, Papageien, Bären, ferner Pflanzen, Rosen; Granatäpfel; jüdische Symbole, so die Menora, oft die Stadt Jerusalem und sc? weiter. Der Künstler in den polnischen Synagogen war Chaim Ben Segal im 17. Jht., in Deutschland Elieser Sussmann Ben Salomo im 18. Jahrhundert. Wolpa, (in der Ukraine, unweit von Bialystok), besitzt eine der schönsten und reichsten Holzsynagogen, die wir kennen. Sie wurde Im Jahre 1640 gebaut. Das hohe Mansarddach ist dreigeschossig ausgebildet, mit einem Barockgiebel auf der Stirnseite. Das Mansarddach der Vorhalle ist zweiteilig. Die zwei Eckbauten sind eigentlich zierliche Galerien, haben ein zweiteilig geschweiftes Zeltdach. Wir finden hier die Säulen reich ausgeschnitten, auch Hängesäulchen mit denen die polnischen Bauten oft dekoriert werden. Innen ist sie aus Holz gewölbt, die achteckige Kuppel stützt sich auf vier starke Holzpfeiler, die zugleich die Bima einfassen. (Abb. 14.) In dieser Synagoge steht einer der herrlichsten Aronot. Die se ist ein Riesenbau von zehn Meter Höhe, 4.50 m. Breite, ganz aus Eichenholz geschnitzt und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der heilige Schrein stellt ungefähr die ganze Front des viergeschossigen Gotteshauses dar. Ein Relief in zierlicher Ausführung, das in verschiedenen Arabesken einen siebenarmigen Leuchter zum Motive hat, füllt die volle Höhe und Breite der Doppelttürchen aus. Zu beiden Seiten des Schrankes erheben sich vier reich ornamentierte Säulen, um die sich Weinranken winden. Hinter und über den Säulen schweben Gestalten gleich Riesenadlern mit ausgebreiteten Flügeln. „Das Auge verirrt sich förmlich in der Unzahl von tierähnlichen und pflanzlichen Ornamenten, Arabesken und hebräischen Motiven, mit denen der Aron bedeckt erscheint." (Bersohn) In den polnischen Synagogen schufen die Juden eine sehr originelle jüdische Synagogenkunst, von Grotte „Jargonkunst" genannt. Diese zeigen mit ihren vielen Türmchen einen pagodenartigen chinesich-mongolischen Stil, wohl durch die Chasaren vermittelt, doch haben sie soviel originell Jüdisches an sich, dass wir diese eigenartige Baukunst auf slawischer Grundlage jüdisch nennen können. # 123

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