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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 121

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 121 (sequence 147)
Language
German
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IRI
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schnitzerarbeiten. Auch die Kunst des Marmors in Schwarz-Weiss finden wir in Ferrara, in Casale Monferrato, Lugo, Siena, Urbino und In Padua. In Padua ist die älteste Synagoge die Scuola Spagnuola, wo die Decke noch durch Unterzugsbalken gebildet ist. In der Scuofa Italiana sind, Aron und Almemor in der Mitte, an den einander gegenüber liegenden Wänden angebracht. Diese zwei wichtigen Punkte sind hier mit einem Tonnengewölbe zusammengebunden, dagegen ist der übrige Raum mit flachen Kasettert gedeckt. Das wäre der Typus der Barocksynagoge. (Cohn-Wiener). Ein schön geschnitzter Aron und Sitze in herrlichem Barock sind hier zu sehen. (Abb. 11-12.) Die grosse Synagoge Scuola tedesca in Padua ist wundervoll getäfelt, hat eine wunderschöne zweistöckige Frauenempore mit kunstvoll geschnitztem Gitterwerk. # Die Portugiesische Synagoge in Amsterdam wurde im Jahre 1675 erbaut, hat Tonnengewölbe und ist durch Säulen in 3 Schiffe geteilt. Sie war ein Wunderwerk jener Zeit. Der Aron und die Bima sind aus brasilianischem Palisander gearbeitet. Es wirkt merkwürdig, aber doch hat es seine tiefe Bedeutung, dass die sephardischen, spanischen und portugiesischen Juden, in ihrem Exil, überall, wo sie auch leben, mit Würde „Grandezza" ihre Traditionen festhalten. So geht in der Synagoge der Rabbi der Amsterdamer Synagoge noch heute in Escarpins, seidenen Strümpfen, und Schnallschuhen gekleidet, die Gemeindevorsteher tragen den flachen, harten Jesuiten-Hut, die Tempeldiener den Dreispitzhut und die Kniehosen. Sie sprechen unter sich nur spanisch (Ladino). Zur Beleuchtung dienen nicht die elektrische kalten Pofzellan-Kerzen, die die prächtigen, oft mehrere Jahrhundert alten Messing- und Silber-Synagogenleuchter in den alten Synagogen verunstalten, unwürdig, und stilwidrig der Stimmung der zeitgemässen Innenarchitektur zuwiderlaufen, sondern Kerzen. 613 Kerzen brennen beim Gottesdienst: Welch' erhabene symbolische Bedeutung! Die 613 Gebote und Verbote,rmXB a/,'">'A sollen gleich hellen, aufleuchtenden und immer nach oben steigenden Flammen die Anwesenden erheben. (Abb. 13.) Im Jahre 1712 wurde die Berliner Synagoge in der Heiderreuter-Gasse erbaut. Sie ist ein rechteckiger Saal mit muldenförmiger Wölbung durch Breite mit Kassetten gefüllte Bänder aufgeteilt. In Deutschland hatten die Synagogen einen umgemauerten Schulhof wo sich die Kahalstube, das Lehrhaus, der Festsaaf, die Backstube, das Schlachthaus und auch das Frauenbad befanden. Oft waren neben der Synagoge auch Innungsstuben, ferner ein Kerker und mancherorts auch em Pranger. 121

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