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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 113

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 113 (sequence 129)
Language
German
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IRI
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Dr. M. ATLASZ, BARDEJOV: Synagogen=Baustil in achtzehn Jahrhunderten BASILIKALER STIL Schon zur Zeit des zweiten Tempels in Jerusalem standen Synagogen im Lande Israel, doch sind uns von diesen keine nennenswerten Reste erhalten geblieben. Erst vom II.—VI. Jhdt. stehen Ruinen von etwa 40 Synagogen in Palästina. Alle zeigen die heidnischen Architekturform der Basilika, den hellenistischen Kultureinfluss, doch finden wir bei allen diesen Synagogen jüdische Ornamente. Die hebräischen Inschriften bezeugen auch, dass die Steinmetzarbeiten von jüdischen Handwerkern verfertigt wurden. Von 12 Synagogen stehen kulturhistorisch interessante Ruinen in Galiläa, wohin sich ein grosser Teil der Juden nach der Zerstörung des heiligen Tempels zurückgezogen hatte. Diese Synagogen waren basilikaler Anlage mit Satteldach, hatten eine Vorhalle, auch einige Versammlungs- oder Gemeindezimmer, Räume für Schulen und Gastgemächer. Die Fassade mit 3 Eingängen war nach Jerusalem gerichtet. Im Mittelraum vor dem mittleren Eingange stand der Toraschrein. Später jedoch wurde die Fassade auf die Jerusalem gegenüber liegende Seite verlegt. Zur Seite nach Jerusalem war der Apsis für den Toraschrein angebracht, in Beth-Alfa nach Süden, im südjudaischen Eschtemoa nach Norden. Die Eingänge waren reich dekoriert. Der obere Abschlusstein hatte reichen Reliefschmuck; Tiere, Girlande, Kränze, Symbole, so die Menora, über dem Mittelportal waren profilierte Archivolten und Bogenfenster angebracht. Das Ziegeldach hatte vorne die typische syrische Giebelform, nach der Art des 2. Jht. n. Die Seitentüren hatten auch geschmückte Abschlüsse: Palmetten, Wulstfriese, kerbschnittartige Ornamente. (Abb. 1.) Der Hauptraum war eine 3 schiffige, rechteckige einstockhohe Halle mit auf 3 Seiten und auch übereinander stehenden Säulen. Die oberen Säulen bildeten die Frauenempore. Uber die- «n Säulen waren Kapitelle korinthischen Stils und auch an den Wänden waren Gesimse mit Akantusranken, jüdischen Symbolen und anderen reichen Dekorationen angebracht. Die Synagogen in der Diaspora vom 1. Jht. z. B^ in Milet, Aegina, Dura, Stobi, hatten keinen basilikalen Typus. Dieser Typus kam erst in Palästina zum Ausdruck. Die Ruinen in Chorazin (Galiläa) zeigen, dass diese aus dem 1. Jht. stammen und laut einer hebräischen Inschrift soll der Erbauer dieser Synagoge Juda Ben Ismael gewesen sein. 8 113

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