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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 104 (sequence 120)
Language
German
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anknüpfend an den Bilemitischen Segen „Mali tobu aholekhoh Jakob". „Wie schön sind deine Zelte Jakob!" nachfolgend: zufrieden und glücklich lebt Israel, wenn es sich nirgends auf- und hindrängt, in seinen eigenen Zelten verweilt, vom Vergnügung sdrange sich fernhält, jeder Putzsucht sich entsagt, keinen übermäßigen Neid der Völker erweckt, jeder Anmaßung sich fernhält und in Erfüllung der eigenen historischen, traditionellen Idealen sein Lebensziel erblickt. Die Einrichtung des wahren jüdischen Lebens ist derart, daß es als Abwehr gegen jeden Angriff und Mißgunst der Außenwelt bestimmt dient. Alle Anklagen der antiken Welt, des finsteren Mittelalters, wie auch späterer Jahrhunderte könnten, dank dieser Einrichtung des jüdischen Lebens in stiller Resignation nicht nur mit passivem Dulden und Ertragen, sondern mit positiver und aktiver Liebe („mekkabel jissurn b'- ahvah") überwältigt werden, umso mehr, da die bewährten Apologeten des Judentums stets dessen in ihrer überlieferten Lebensjahung verharrende und bewährte einfachste, gesetzestreue Söhne waren. Betörender Wortschwall jugendlicher Neuerer, die einen Wiederaufbau frei von Vormundschaft der Gesetzlichkeit und Tradition, Gegenrede verneinend, mit hemmungsloser illogisierter Willensoffenbarung anstreben, fallen in dieselbe rücksichtslose orthodoxe Starrheit, die sie bekämpfen möchten. Abwehr gegen diese Anarchie einer solchen Jugend ist das „Gerippe" Judentum selbst, dessen Werte diese Jugend zu umwerten nicht imstande ist und daher ihr paradoxes Wirken nur negative Zerstörung ergibt. Ihre orthodoxe Starrheit im Angriffe, ihr unnachgiebiges Besserwissen und heroisch verärgerter Hochmut ist nichts' als wertlose hochflammende, jedoch fruchtlose Negation. Der Syrenengesang des inneren Epikuräertums zieht nicht, Reformen und vorwandlicher Freiheitsdrang begegnen dem Widerwillen des jüdischen „Ich"-s, das im Anerkennen der Allmacht der Torah, keine Symbolik, sondern den Sieg des Geistes, des Erhabenen und nicht sub specie Außerwähltheit, die Macht von Form und Buchstaben („des Dagash u. Sch'wa") feiert. Es ist Blasphemie, von wirtschaftlicher Irrelegiosität häßliche Worte zu machen, wie es diesmals dem schöngeisten Wortmachen A. Zweigs gefällt („Herkunft und Zukunft", Phaidon-Verlag). Als wenn jedes bisherige religiöses Empfinden in die Rumpelkammer des Europäischen Ghetto's gehörte und der zeitgemäße, erlösende in der mystischen Verborgenheit der Kevuza-Hütten noch nicht erwachte Gottes-Funken nach entsprechenden wirtschaftlichen, also materialistischen Gedeihen und nach quasi unbewußten materieller Propedeutik die Bewilligung zur Selbstoffenbarung in ferner ungewisser Zukunft zu erhalten hätte. Natürlich mußte diese Bewilligung von dieser genau uni- 104

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