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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 105

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 105 (sequence 121)
Language
German
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IRI
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formierten, herrschsüchtigen, den ganzen Kosmos mit „schaV lender" Fröhlichkeit erfüllenden Jugend, die aber zur bestimmten Erlösungsstunde bereits veraltert sein wird, erteilt werden. Aus der Niedergebrochenheit ein Ausweg in die Flutung der einzigen Ideale der Verbundenheit, Solidarität und letzten Endes der Neuaufteilung der Reichtümer dieser Welt und dadurch Erreichung der einzigen Mission aller Völker, d. i. die Einheit in der Mannigfaltigkeit und letzter Träger des göttlichen Willens und der Bestimmung des Menschen auf der Erde." Ojhne Wahrung der von Vätern ererbten Gebräuche, des oft quinteßentiellen Kultes, der zur Höhe des Übersinnlichen als Stufen leitenden Riten bleibt aber die Erreichung des auch von diesen Bildstürmiern erheischten Zieles für schwache Menschengeschöpfe unmöglich und unerreichbar. Unsere Apologetik und Polemik erwidert jene respektlose, in mechanischer Hast, materieller und arithmetischer Eile schwelgenden, kritiklosen Angriffe mit Hinweis darauf, daß Experimente nur für einzelne Individuen, nicht aber für Völker geboten sind und wir daher jedes Experiment mit den heiligsten Gütern, die wir einer göttlichen, das ist geschichtlichen Offenbarung danken, mit schärfster Energie von uns fernhalten. Wenn wir an eine Zweckhaftigkeit glauben, so hat diese mit materialistischem Schaffen, mit wirtschaftlicher Integrität gewiß nichts Gemeinsames. Nebst den Gebote des vollkommenen Sabbath's steht auch das Gebot, die Dynamik der werktätigen Arbeit („sechs Tage verrichte deine Arbeit"), doch — und dies soll mit selbstbewußter Gewissheit hochgehalten werden — nie waren materielle Güter vom jüdischen Genius höher als geistige Werte gestellt. Leichten Herzens wurde das goldene Kalb zerschmettert und der goldene Staub in die Fluten gestreut, wir es Mosheh Rabbenu tat. Materie sollte stets nur als notwendiges, das Leben verschönende Mittel und nie als Zweck dienen. Ziel und Zweck aber blieb laut jüdischer Geschichte und Tradition nur eins: ein gottgefälliges, mit geläutertem Frohsinn verbrachtes Leben, in treuer Befolgung aller mit der Vernunft begriffenen göttlichen und irdischen Gesetze, in Anschluß an die höhere Idee des übersinnlichen Menschheitideales als Lebenstrieb glücklich zu führen. Das streng umzäunte jüdische Gebiet „Arbah Amoth shel Halacha" bleibt inselmäßig als monistische Zusammenfaßung aller Substanzen und Willenserscheinungen der praktischen Lebensführung, behütet von Selbsterkenntnis und festverankert in Welterkenntnis, von den Fluten der gesellschaftlichen Produktionsverhältnißen unberührt und wird auch nie zum geistigen ideologischen Überhau einer kapitalistischen Gesellschafteordnung. Es ist eine realistische Kultur sui generis, besonderer alleinstehender Eigenart ohne Spenglerischem Höhepunkt von Zivilisation und ohne Gefahr eines dem Höhepunkt 105

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