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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 99 (sequence 115)
Language
German
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Apologie und Polemik, die innere Macht der eigenen Wahrheit über jedes Unrecht und über alle Anmaßung den Sieg wegtragen muß und es schien daher nur eines als notwendig, die jüdischen Lehren allgemein zu machen und in die Welt hinauszutragen. Diese Aufgabe nahmen auf sich ursprünglich Aposteln mannigfacher Art, die ihre Tätigkeit oft unbewußt durch viele Jahrhunderte ausübten. Wie es Josephus bezeugt, hatten die jüdischen Lehren eine große Anziehungskraft in Kom und waren die Synagogen von Heiden gefüllt, die Vorträge der Rabbiner aber waren noch zur Zeit der Kirchenväter, die darüber klagen, beim Volk äußerst beliebt Was dem Judentum in der heidnischen Umwelt vorgeworfen wurde und wogegen jüdische Apologie zu erwidern hatte, war in erster Reihe die schier unglaublich klingende, dennoch seitens der Ankläger logisch begründete Anklage der ,,Gottlosigkeit". Man hatte überhaupt kein Verständnis für einen bildlosen Monotheismus und konnte einen solchen nicht begreifen. Die römischen Schriftsteller, wie Tacitus usw. kopierten wörtlich die Anklagen des Apion, laut welcher die Juden auf die vielen Götter Griechenlands und Roms mit Verachtung herabschauen, die gute Ordnung und feste Sitten des Staates daher gefährden und „Atheisten", also in damaligem Sinne Aufwiegler und Revolutionäre sind. Man machte dem ganz unfaßbaren jüdischen Gottesglauben den Vorwurf, daß er eine unaussprechliche und unsichtbare, über das ganze Weltall herrschende Macht anbeten will, die sichtbaren Bestandteile dieser Macht, wie Sonne, Mond und andere Planeten aber verachtet. Angegriffen wurde besonders die Institution eines pflichtmäßigen Ruhetages, des wöchentlichen Sabbaths, an welchem sogar Sklaven und Haustiere zu ruhen veranlaßt wurden. Als Erklärung für diese Einführung galt die angeborene Faulheit und Scheu vor Arbeit. So klagt selbst Seneca: „septiman fere partem aetatis suae perdunt vacando ...", „den siebenten Teil ihres Lebens verschwenden sie mit Müßiggang und in Faulheit..." Aug. civ. D. VI. 10. Mit Spott und Hohn wurde die Institution der Beschneidung (wie bei den Ägyptern) angegriffen, weiters das Verbot des Schweinefleisch-Genußes, die Absonderung und die Meidung des geselligen Lebens mit anderen Völkern. Diese Angriffe wurden als Amixie, Misoxenie und Misanthropie bezeichnet. Tacitus erzählt darüber: „sie haben ein abgesondertes Leben eingeführt und sie haben mit anderen Völkern weder Gemeinschaft des Beilagers noch des Tisches, noch der Spenden, Gebete und Opfer." (Hist. V. 5.) Sallustius, wie auch alle früheren und späteren römischen Historiker erzählen von der Gewohnheit aller Verschwörer in Rom, den Feind zu töten, um dessen Eingeweide bei Leistung eines fürchterlichen Eides 7* 99

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