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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 92 (sequence 108)
Language
German
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eine lebende, sprudelnde Sprache wurde, daß in der Erscheinungsform dieser Sprache ohne Ubergang, ohne Sturm- und Drangperiode — auch in künstlerischer Hinsicht das Vollkommenste, das Klassischeste geschaffen wurde. Diesbezüglich will ich auf einen wahrhaft Berufenen, auf David Frischmann hinweisen, der ihn den einzigen echten Künstler genannt hat, der unserer jungen Poesie geschenkt wurde. „Keinem ist die alte und neue hebräische Sprache, deren Styl so vertraut, wie Bialik. Er fußt stets auf der Tradition, er basiert auf den alten und ältesten heiligen Schriften und ist dabei stets jung und modern in seiner Sprache, in seinem Style. Dabei ist ihm eine einzigartige, gewaltige Weihe eigen, die das Innerste des Menschen aufwühlt." Bei alF dem findet Bialik unvergleichlich schöne Worte, eine einzigartige, bezaubernde Darstellung seiner Gefühle in Leinen lyrischen Gedichten, welche ebenfalls alt und zugleich neu sind, eine Lyrik, die einerseits auf der biblischen Dichtung basiert, andererseits den großen Lyrikern der Jetztzeit ebenbürtig ist. Hat jemals ein Dichter seiner Erwählten schöner geantwortet wie er, auf deren Anfrage: „In dem Briefchen, das sie sandte." „Reinste, nein, wie ich Dich liebte, Will ich Dich in Treuen lieben — War ich einst von Dir gegangen, Tat ich dieses nur aus Lieb e, Die zu Freundin mir zu hehr, Und zu heilig zur Gefährtin, Sei Du mir ein Gott e seng el, Das ich bete und verehre, Sei mir heiliges Gedenken, Heller Strahl im Licht der Sonne, Rätsel vom Gestirn der Höhe, Ruf im Pochen meines Herzens Und das Zittern meiner Träume Dir zu dienen schuf mich Gott. All' mein Weinen und mein Klagen, Meinen Puls und meinen Odem, Noch den letzten meiner Träume, Bring ich dir als Opfergäben — Bis ein letzter Tag mich ruft" 92

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