Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Er sieht und fühlt „In der Stadt des Würgens" („be-Ir ha-Harega") den Spuren der Hinmetzelung folgend: Spuren verdichteten Blutes, vertrocknetes Mark der Erschlagenen An ölen Zäunen, an Hölzern und Steinen, am Kalke der Mauern! Alles gleicht da dem Schlund geöffneter, brandigen Wunden." Und der Dichter wendet sich weiter und weist auf die himmelschreienden Gegensätze: „Wo die Akazien blühen und würzigen Duft in Dich gießen, Atmet doch dampfendes Blut zugleich mit der Wonne des Frühlings. Tausend goldene Pfeiler der Sonne zerschneiden dein Inneres Und dfeiner Qualen frohlocken die Strahlen aus funkelnden Splittern." Ja, diese vergleichende Klage, wird zur Anklage gegen das Schicksal, gegen Gott selbst, wenn er, der im Inneren so Gläubige aufschreit, die schmerzlichen Gegensätze noch mehr unterstreichend : „Denn zuließ in einem der Herr das Blühen Und Morden, Und es geschah im Sonnenglanz, unter blühenden Blumen." Stets weiter steigernd beschreibt er im rasenden Schmerz über das Hinschlachten seines Volkes: ,floch herrscht Todesentsetzen rings und stickendes Schweigen Doch aus verdämmerten Löchern und tief umschatteten Winkeln Sieh, wie Augen zu dir sich heben, spähende, stumme Geister Heiliger sind es, verhüllte, verödete Seelen, Die sich unter des Daches Neigung gesammelt und schweigen -88