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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 84 (sequence 100)
Language
German
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Bialik verließ Odessa im Jahre 1921, hielt sich 2 Jahre in Hamburg und Berlin auf und übersiedelte sodann nach Palästina, wo sein Haus in Tel-Aviv ein Mittelpunkt hebräischer Kultur und jüdischer Geselligkeit wurde. # Wenn ich meine Abhandlung über Bialik mit dem Ausspruche des Propheten Zaeharija's einleitete, ist dies kein Zufall, denn Bialik ist einer der wenigen unter unseren Größen der letzten Zeit, die von ihren Zeitgenossen als prophetische Geister anerkannt wurden. Dies ist die höchste Anerkennung, die das Judentum jemandem zuteil werden läßt. Und mit Recht! Denn der Prophet wird zum Propheten nicht nur durch seine Schriften, er wird es eher durch sein ganzes Leben und Streben für das Judentum, durch seinen hehren Charakter, sein unerschrockenes Wesen, durch sein gänzliches Aufgehen im Judentum und für's Judentum, durch seine mächtigen Worte und Taten, mit denen er bald tadelnd und geisselnd, bald tröstend und belebend sein Volk aufrichtet. Dies alles gilt auch für Bialik! Leset mit Andacht seinen Gediehteyklus „Sehnsucht des Volkes" und insbesondere seinen herrlichen ,,Segen des Volkes", die „Techsaknah", wo es heißt: „Seid starken Armes ihr Brüder! der Heimat Boden zu hegen ward Euer Teil Nicht sink' Euer Mut! Nein, heiter und jubelnd kommt Schulter an Schulter, dem Volke zum Heil!" Dieses als Volkslied gedachte Hohelied wurde insbesondere der jüdischen Arbeiterschaft in Erez Israel und der zionistischen Jugend im Galut zur Hymne, die bei feierlichen Anlässen mit Andacht gesungen wird. Oder höret, welche Sehnsucht dem Lied „An den Vogel" entströmt: „0 sing mir, erzähle, mein Vöglein wert Vom fernen Wundergefild, Voll Schönheit, Wärme: ob denn auch dort Beschwerde und Elend quillt. Bringst von den Brüdern den fernen, nahn, In Zion du mir Gruß? Die Glücklichen, ach wissen sie, Welch' Leid ich tragen muß? 84

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