Mannheim
Compact Memory

Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 83

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 83 (sequence 99)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/7957787-8905983--102-7957887
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Dr. MICHAEL JOSEF EISLER, HLOHOVEC: CHAIM NACHMAN BIALIK Lo bachajil, velo bakoach, ki im beruchi". „Nicht mit Gewalt, noch mit Kraft, denn mit meinem Geiste." Dieser uns Juden zur Lebensdevise gewordene Ausspruch des Propheten Zacharja fällt mir unwillkürlich ein, wenn ich das Lebenswerk des größten hebräischen Dichters, Bialik, würdigen soll. Ja, der Geist war es, der uns Juden durch die Jahrtausende der Verbannung, der grausamen Verfolgungen und des bitteren Elends erhalten hat und dieser Geist war es, der uns in den Zeiten der steten inneren Zerwürfnisse zusammengehalten hat, und dieser Geist ist es, der uns stets neu belebt. In allen Fragen — selbst in der Frage der Religion, der Frage unseres Volkstums — waren wir stets in verschiedene Lager geteilt, nur der jüdische, der göttliche Geist unserer Unsterblichen war es allein, der uns immer und überall vereint. Und zu diesen uns stets vereinigenden, unser Judentum erhaltenden jüdischen Grössen zählt in erster Reihe unser großer Meister Chaim Nachman Bialik. Chaim Nachman Bialik wurde am 9. Januar 1873 in dem Dorfe Rady in Wolhynien geboren, wo er seine erste Kindheit verbrachte. Später zogen seine Eltern nach Chitomir und als sein Vater starb, wurde der 7 jährige Bialik bei seinem Grossvater erzogen. Mit 16 Jahren erweiterte er dieses Wissen in der berühmten Jeschiwah zu Woloskin. Von Woloskin kam er 1891 nach Odessa, wo sein erstes Gedicht, das so bekannte El Hazipor (An den Vogel) erschien. Schon dieses erste Gedicht ließ ahnen, daß mit ihm eine neue große Periode der hebr. Poesie begann. Nach einem halben Jahr kehrte er wieder nach Woloskin zurück. Im Jahre 1893 heiratete er und zog nach Korostyschew. Von 1897 bis 1900 war er als Lehrer in Sosnovice (Polen) tätig. 1900 zog er wieder nach Odessa und unterrichtete dort am sogenannten „reformierten Cheder". Im Jahre 1904 wurde er Redakteur des literarischen Teiles des „Ha-Schiloach", dem er selbst viele wertvolle Beiträge lieferte. Überdies war er auch als Verlagsleiter tätig. 6* 83

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.