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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 81 (sequence 97)
Language
German
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IRI
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Trnava als jüdisches Zentrum Tyrnau, die alte Universitätsstadt, hat auch ein Blatt für die jüdische Geschichte, für die Martyriologie des Judentums geliefert. Neben Preßburg ist Tyrnau die einzige Gemeinde Alt-Ungarns, die in einer hebräischen Elegiendichtung ihr Fatum betrauert hat. Solche Gemeinden, semossru nafsom al kiddus hasem, bewahren stets das Bewußtsein höherer Pflicht und Verantwortung. Fast ein 300jähriges Vacuum klafft in der Geschichte des Tyrnauer Judentums, bis Heines glorreicher Vorfahre wieder die verschlossenen Pforten den Juden der Stadt eröffnet. (Siehe Seite 12—13 in diesem Jahrbuch.) Von da an finden wir Juden auch irgendwie an der Entwicklung der Stadt beteiligt. So war einer der Gründer der Linie Tyrnau—Preßburg, die erste Eisenbahn Ungarns, allerdings1 mit Pferdebetrieb, der Judenrichter Wolf Pappenheim im Jahre 1837. Pappenheim war es zu verdanken, daß die Verweigerung der behördlichen Konzession vereitelt wurde. Als der Weckruf des Zionismus erscholl, war nebst Preßburg die Tyrnauer Gruppe die bedeutendste im Lande und wollte sich bei der II. Landeskonferenz sogar die Führung des Landes erkämpfen. Diese Bedeutung lag freilich in der Person Samuel Diamants, der auch eine Zeitlang der Führer der ungarischen status quo-Gemeinden war. Nach dem Umsturz wurde Tyrnau Sitz des Präsidiums der Jesurun-Rabbiner und der ersten wissenschaftlichen Publikationen unter der Leitung des weil. Oberrabbiner Mayer Stein. Aber auch die Tyrnauer Jeschiwa wurde ein Brennpunkt der Orthodoxie des Landes und die Aguda-Jugend lieferte dort wertvolle hebräische Editionen. Aus diesem guten Boden entsproß auch der jüngst im Alter von nur 53 Jahren verstorbene Präsident der zionistischen Landesorganisation Ungarns Dr. Julius Miklos. Er ist am 31. Oktober 1887 in Trnava geboren, machte seine Studien in Budapest und schwang sich als Advokat zu einer geachteten Position empor. Er war acht Jahre lange Präsident der ungarisch-zionistischen Organisation, die er in selbstloser Hingabe geleitet hat. Er war Delegierter an mehreren Kongressen und wiederholt in Palästina. Seine einzige Tochter studiert an der dortigen Universität. Seine Frau Gitta, geb. Nagy ist ein Sproß des berühmten Preßburger Dayan Rabbi Daniel Proßnitz. So fügt sich auch dieses Bild ein in den Rahmen der Geschichte des Judentums unseres Landes. (Siehe Bildtafel XXXVI.) $ 6 81

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