Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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hatte der kleine Bethausverein es zu verdanken, daß der tägliche Gottesdiest abgehalten werden konnte. Im Jahre 1923 gelang es der Gemeindeleitung endlich die ministerielle Genehmigung ihrer Statuten zu erwirken, womit die erste Etappe in dem Aufbau der Gemeinde erreicht war. Die Entwicklung in dem Maße, wie es ihrer hohen Bedeutung, als der einzigen orth. Gemeinde in der Mittelslowakei zu wünschen gewesen wäre, war jedoch nicht möglich, da kein Tempel vorhanden war und der zur Verfügung stehende sehr beengte, mehr als bescheidene Betraum die Mitglieder nicht fassen konnte. Der Initiative und dem unermüdlichen Eifer des Herrn Dr. Arpad Braun ist es gelungen mit Hilfe des Herrn Leopold Preis einen Baugrund zu erwerben. Den ständigen Anregungen des Herrn Rabbiner Marton Klein, der keine Gelegenheit unbenutzt ließ, den Mitgliedern die Notwendigkeit der Errichtung des Tempels vor Augen zu führen, gelang es endlich einen den Anforderungen entsprechenden, schön ausgestatteten Tempel, wie auch ein den modernen Anforderungen rechnungtragendes rituelles Bad und Fleischbänke zu errichten. Welch religiösem Bedürfnisse die Errichtung dieser Institutionen entsprochen wurde, beweist die erfreuliche Tatsache, daß die Gemeinde bereits über 90 Mitglieder zählt. Überdies besitzt die Gemeinde eine Talmud-Thora-Schule und einen Armen-Herbergeverein. Die Grundsteinlegung dieses Tempels war am 15. Juli 1926; am 19. Elul 5687 (10. September 1927) fand die feierliche Einweihung unter Mitwirkung des Herrn Oberrabbiner Seidl, Galanta und des Herrn Rabbiner M. Klein, Zilina statt. Die Pläne entwarf Architekt Marcell Komor, den Bau führte Ingenieur A. Windholz in Zilina zur vollste Zufriedenheit der Auftraggeber durch. Die Gemeinde verfügt noch über einen 900 m2 umfassenden Bauplatz für einen in der Zukunft zu erbauenden größeren und bequemeren Tempel, je nach Bedarf der Ausbreitung der Gemeinde. # Das eigentümliche Ethos der jüdischen Zedakah, der Wohltätigheit, die gar nicht als freiwillige Gabe, sondern als „Gerechtigkeit" empfunden wird, erklärt sich nur aus dem Gedanken, daß der reiche Mann kein „Almosen" spende, sondern dem armen Bruder nur zu seinem Anteil an den Erdengütern verhelfe, der diesem von Rechtes und von Gottes wegen zukommt. (Isaak Heinemann: Zeitfragen im Lichte jüdischer Lebensanschauungen.) 79