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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 78 (sequence 94)
Language
German
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Ü Der Privilegjude des kleinen Waagtaler Städtchens hatte durch die geerbte Bibelsprache die Möglichkeit, alles zu erfahren, was in der weiten Welt geschah und konnte diese Kenntnis zum Wohle seiner Mitbürger benützen. Das Zentrum des jüdischen Lebens blieb aber noch jahrhundertelang für die Juden des Waagtals außerhalb der ungarischen Landesgrenzen. Die Zugehörigkeit zu den mährischen Gemeinden war fast bis zum neunzehnten Jahrhundert gepflegt und nur als auch die königlichen Freistädte Trencin und Sillein, wo bis 1835 kein Jude übernachten durfte, unter dem Drange des Zeitgeistes ihre Tore für Juden öffneten, wurden außer der Privilegsiedlung in Waagneustadtl weitere größere Judengemeinden gegründet. Aber dieses spätere Zeitalter fällt schon außer dem Rahmen der Lebensgeschichte des Pinchas Hoffmannstal. # En£s£ehungsgesdtaich£e der Zilinaer orfh. Gemeinde Die Zilinaer orthodoxe Gemeinde wurde 1912 von den Familien: Duschnitz, Schlesinger, Dr. Braun, Preis, Rothmann, Straßberg, Kugel, Schwarz, Klein und noch andere als Bethausverein mit dem Namen „Adath Jescharim" gegründet. Kaum von einem Minjan Gleichgesinnter moralisch unterstützt, scheuten die genannten Familien keine Mühe und kein Opfer, um die Gemeinde auszubauen und das Fundament für ein traditionstreues jüdisches Gemeindeleben zu schaffen. Den hervorragendsten Anteil an der Entfaltung und dem Aufbau dieses jungen Gemeinwesens hatte allerdings Herr Samuel Schlesinger. Das Haus Samuel Schlesinger in Zilina, das immer der Hort der wahren Religiosität ist, dem kein Opfer zu groß, keine Arbeit zu lästig und keine Zeit zu teuer ist, wenn es um die Förderung gutjüdischer Angelegenheiten geht, kann als der eigentliche Begründer dieser Gemeinde genannt werden, denn ohne die moralische Unterlage, das Prestige und die ungeheuren materiellen Opfer Schlesingers hätte die Gemeinde die Schwierigkeiten der ersten Jahre kaum überwinden können. Solange die orth. Gemeinde in Zilina bestehen wird, wird man daher den Namen Schlesinger immer mit Hochachtung und Verehrung nennen. Es kam der Krieg, der jedes Fortschreiten auf dem eingeschlagenen Wege verhinderte und blos dem Eifer der Herren Schlesinger, Ignac Klein, der heute als Präses die Gemeinde einer weiteren Entwicklung zuführt, und Jakob Preiß s. A. 78

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