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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 73 (sequence 89)
Language
German
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IRI
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Funktionen Rabbinatsverweser Rudolf Rosenberg versah, wurde zäun Rabbiner Rabbi David Lewin, Schwiegersohn des Trencmer Rabbiners Levi, gewählt. Er wurde 1839 in Topolcany geboren, war Schüler des Ketaw Sofer und war ein Rabbiner vom alten Schlag, eine leutselige und gutmütige Natur; seine Reden waren von volkstümlichem Gepräge. In seinem Wirken kam das Bestreben zum Ausdruck, in Güte u. Frieden hemmend auf die Kräfte zu wirken, die im Zuge der Zeit daran waren, in die geheiligte Jahrtausende alte Überlieferung des Judentums eine Bresche zu schlagen. Während seiner Wirkungszeit wurde im Jahre 1881 die neue Synagoge (anstelle der alten, in die man, wie bei der Altneu-Schul in Prag, einige Treppen hinuntersteigen mußte) erbaut. Auch eine Volksschule bestand bereits damals, deren genaue Gründungszeit unbekannt ist. Die Bevölkerungszahl erreichte damals den Gipfelpunkt; im Jahre 1887 sind 54 Geburten eingetragen. Mehrjähriger Präses war Kaiman Marmorstein, der von seiner Frau Jentl und Schwager Jecheskel Weiß, die sich in gleicher Weise durch Edelsinn und Frömmigkeit auszeichneten, in seinem idealen Bestreben unterstützt wurde. Ihnen, die auch über ihren Tod hinaus nur Gutes taten und ihr Haus der Chewra Kadischa hinterließen, gesellte sich Rabbi David Lewin, der im Jahre 1908 starb. Ihm folgte im Amte Rabbi Dr. Maximilian Himmler, ehemaliger Gemeindesekretär und Prediger in Nitra, ein Mann von jüdischer und weltlicher Bildung und von feueriger Beredsamkeit. Seine Reden waren von hinreißender Kraft und gewaltiger Wucht des Ausdruckes. Auf die Mitte seiner Wirkungszeit fallen die Jahre einer schweren Krise, Jahre des Weltkrieges und des Umsturzes. Jüdische Flüchtlinge aus Galizien glauben hier Rettung zu finden; sie werden aber von Krankheiten hinweggerafft und ami Ilavaer Friedhof zur ewigen Ruhe gebettet. Im Jahre 1921 ereilt Dr. Himmler der Tod in Wien, wo er Heilung suchte und wo er bestattet wurde. Seit dem Jahre 1921 wurde der Rabbinerposten in Ilava — abgesehen von der Aufnahme des Dr. Franz Löwy, Uherskä Skalica, der infolge Meinungsverschiedenheiten die Stelle überhaupt nicht antritt — erst im Jahre 1935 wieder besetzt. Diese Zeit zu beschreiben und zu beurteilen muß der Zukunft überlassen werden. Jüdischer Wanderer! Kommst du mal als begehrter Tourist nach Ilava, dann begib dich auf den Ilavaer jüdischen Friedhof, verharre dort eine Weile in Demut und Pietät und erweise Ehre denen, die auf Erden Gutes getan, Edles gewirkt und das Licht lauterer Gesinnung und wahrer Frömmigkeit verbreitet haben! 0 73

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